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Radio Hamburg

Urteil des Landgerichts

Siebeneinhalb Jahre Haft für Vergewaltiger

Hamburg, 29.08.2013
Gefängnis

Der 46-Jährige Frank W. muss für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.

Ein 46-Jähriger, der schon fast die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbracht hat, muss für weitere siebeneinhalb Jahre hinter Gitter.

Er fesselte und vergewaltigte eine 58-Jährige in ihrer Hamburger Wohnung und raubte sie dann aus: Ein vielfach vorbestrafter Angeklagter kommt deshalb für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte den 46 Jahre alten Mann am Mittwoch unter anderem wegen besonders schwerer Vergewaltigung, besonders schweren Raubes und Freiheitsberaubung. "Es ist das Urteil über eine verstörende, für das Opfer schreckliche und bis heute nachwirkende Tat", sagte die Vorsitzende Richterin, "eine Tat, deren "Warum" nicht wirklich geklärt werden konnte." 

Keine Sicherungsverwahrung

Eine anschließende Sicherungsverwahrung, wie von Anklage und Nebenklage gefordert, ordnete das Gericht nicht an. Die Voraussetzungen dafür seien nicht erfüllt, erklärte die Richterin - vor allem weil das Risiko für ein erneutes Sexualdelikt sehr gering sei.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Der 46-Jährige hat bisher 21 Jahre im Gefängnis verbracht. Er ist vor allem wegen Überfällen vorbestraft, nicht aber wegen Sexual- oder Gewaltdelikten. Eine psychiatrische Gutachterin hatte ihm eine sogenannte dissoziale Persönlichkeitsstörung bescheinigt. 

Auf dem Jakobsweg gefasst

Der 46-Jährige setzte sich nach seiner letzten Tat nach Spanien ab, dort wurde er vier Monate nach der Vergewaltigung beim Pilgern auf dem Jakobsweg gefasst. Die 58-Jährige - "eine kluge, tapfere und mutige Frau jenseits der Lebensmitte" - habe die Sicherheit ihres Zuhauses verloren, betonte die Richterin. Der Angeklagte habe dem Opfer das Urvertrauen ins Leben genommen, Lebensfreude und Unbeschwertheit geraubt. Auch viele Menschen in Hamburg habe die Tat fassungslos gemacht.

Der 46-Jährige hatte lange die Obdachlosenzeitung "Hinz&Kunzt" verkauft und war bei Kollegen und Kunden beliebt. Seine Weggefährten schilderten ihn als hilfsbereiten, freundlichen Mann, seine Freundin beschrieb ihn als "zärtlich, humorvoll, sensibel". In seinem "letzten Wort" hatte der Angeklagte erklärt: "Worum ich bitten möchte, ist, dass ich als Mensch wahrgenommen werde. Und nicht als Monster." Er selbst sehe die Tat als "unbewusstes Selbstbestrafungsbedürfnis", sagte die Richterin und sprach vom "Ausbrechen in eine Straftat": Wenn alles mal gut für ihn gelaufen sei außerhalb der Haft, sei er gleich wieder straffällig geworden.

(dpa/lhö)