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Radio Hamburg

Nach Tod von Dreijähriger

Eltern werden Haftrichter vorgeführt

Hamburg, 19.12.2013
Tod, Dreijährige, Yagmur, Billstedt, Trauer

Nachbarn legten vor dem Haus der Familie Blumen und einen Teddy nieder.

Starb die dreijährige Yagmur in Billstedt nach einer Misshandlung oder war es ein Unfall? Mit Hochdruck versuchen die Ermittler diese Fragen zu klären.

Nach dem Tod der dreijährigen Yagmur in einer Wohnung in Hamburg-Billstedt sollen die Eltern am Donnerstagnachmittag (19.12.) dem Haftrichter vorgeführt werden. Es gebe deutliche Hinweise darauf, dass die 26 Jahre alte Mutter und der ein Jahr jüngere Vater für den Tod des Kindes verantwortlich seien, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. Die Mordkommission ermittelt. Das Kind lebte erst seit einigen Monaten wieder ganz bei seinen leiblichen Eltern. Zuvor war es bei einer Pflegefamilie.

Von verschiedenen Jugendämtern betreut

Das Mädchen soll nach Angaben der Mutter am frühen Morgen in das Wohnzimmer gelaufen und dabei gestürzt sein. Die Frau leistete Erste Hilfe und verständigte den Notarzt. Dieser konnte das Mädchen nicht wiederbeleben. Diese Unfallversion lasse sich nicht mit den Ergebnissen der Obduktion vereinbaren, sagte Frombach. Nach Angaben der Rechtsmedizin gibt es am Körper der Dreijährigen Verletzungen, die durch körperliche Gewalt entstanden sein könnten. Das Kind wurde zeit seines Lebens von verschiedenen Jugendämtern betreut, berichtete der Leiter des Bezirksamtes Mitte, Andy Grote. Sein Amt sei erst seit Juli zuständig gewesen, nachdem die Eltern in den Stadtteil Billstedt gezogen waren. "Der tragische Tod des kleinen Mädchens bestürzt mich sehr."

Eltern fühlten sich überfordert

Bereits Anfang dieses Jahres habe die Dreijährige eine schwere Schädelverletzung erlitten, deren Ursache damals nicht geklärt werden konnte. Das Kleinkind lebte zu dieser Zeit laut Grote noch in einer Pflegefamilie, weil die Eltern sich überfordert fühlten. Doch die leiblichen Eltern hatten auch zu dieser Zeit Kontakt mit dem Kind und besaßen das Sorgerecht. Seit dem 1. August durfte das Mädchen wieder bei ihnen leben.

Vater polizeibekannt

"Die Untersuchungen sind in vollem Gange", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. Nähere Angaben, unter welchen Umständen das Kind am Mittwoch (19.12.) gestorben ist, wollte sie nicht machen. "Es gibt im Moment viele Spekulationen, daran möchte ich mich nicht beteiligen." Das Mädchen war nach einem Leberriss innerlich verblutet. Die Mutter und der wegen Körperverletzung, Diebstahl und Drogendelikten polizeibekannte Vater stehen unter Verdacht.

Sondersitzung des Familienausschusses

Die Grünen forderten vom SPD-Senat und den Behörden rasche Aufklärung. "Schon wieder ist in Hamburg ein Kind gestorben, das von verschiedenen staatlichen Stellen betreut wurde", sagte die kinder-und jugendpolitische Sprecherin Christiane Blömeke am Donnerstag. "Offenbar haben die Maßnahmen zum Kinderschutz erneut nicht ausgereicht. Sozialbehörde und Bezirke müssen jetzt schnell und umfassend alle Informationen öffentlich machen." Der Familienausschuss in der Hamburgischen Bürgerschaft solle noch vor Weihnachten zu einer Sondersitzung zusammenkommen, erklärte Blömeke.

Die Sozialbehörde will sich vorerst nicht äußern.

(dpa/mgä)