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Radio Hamburg

"Xaver" in Hamburg

Warnung vor sehr schwerer Sturmflut

Hamburg/Kiel, 06.12.2013

Der Hamburger Fischmarkt steht dank "Xaver" unter Wasser.

"Xaver" tobt über Norddeutschland. Die erste Unwetterwelle verlief relativ glimpflich, aber die Menschen bangen weiter. Schwere Sturmfluten drohen.

Nach einem ersten Vorgeschmack nimmt das Orkantief "Xaver" erneut Anlauf auf Norddeutschland - mit Spitzenwindgeschwindigkeiten und weiteren Sturmfluten am Freitag (06.12). Die Auswirkungen der Naturgewalten blieben am Donnerstag verglichen mit dem Oktober-Orkan "Christian" jedoch deutlich geringer. Die Einsatzkräfte wurden weniger häufig angefordert, um umgeknickte Bäume zu räumen und um Bauzäune und Dächer zu sichern. Die Küsten hielten den Wassermassen stand: "Die Deiche sind mächtig und stabil", sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) bei einem Besuch an der Küste.

Spitzengeschwindigkeiten gemessen

Im Kreis Nordfriesland behielten Deichläufer die Lage im Blick. Noch am späten Abend erreichte eine zweite Welle des Orkantiefs "Xaver" mit extremen Böen die Nordseeinsel Sylt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden in List auf Sylt um 21:00 Uhr 148 Kilometer pro Stunde erreicht. Am Leuchtturm Kiel wurden 144 Stundenkilometer gemessen. Im NDR-Fernsehen sprach der Meteorologe Karsten Schwanke sogar von 185 Stundenkilometern in List auf Sylt.

PEGELSTÄNDE - SPERRUNGEN - ZUGAUSFÄLLE - DER LIVETICKER ZUM NACHLESEN

Die Inseln und Halligen vor Schleswig-Holsteins Küste sind vom Festland aus nicht mehr zu erreichen, die Fähren stellten den Betrieb ein. In Richtung Helgoland geht ebenfalls nichts mehr. Auch der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) kam zum Erliegen. Die nordfriesischen Halligen wie Langeneß und Hooge meldeten "Land unter". Das Binnenland Schleswig-Holsteins blieb von massiven Schäden zunächst verschont. Mehr als 150 Einsätze von Polizei und Feuerwehr fielen in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg an.

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"Xaver" wird auch noch am Freitag das Wasser gegen die Küste drücken. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte bis Freitagvormittag 10:00 Uhr vor weiteren Orkanböen. Danach soll der Wind an Kraft verlieren. Das Hochwasser im Elbegebiet soll am Freitag nach Berechnungen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 3 bis 3,50 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. Im Hamburger Hafen (St. Pauli) wird Freitagfrüh um 06:30 Uhr mit einem Wasserstand von 3,50 Meter gerechnet, der unteren Grenze für die Kategorie "sehr schwere Sturmflut". "Das ist alles im Rahmen dessen, was leicht abgefangen werden kann", hieß es dazu.

Der Fischmarkt war schon am Donnerstag überflutet. Der Katastrophenstab in der Innenbehörde warnte vor 5,80 Meter über Normal Null. Der Wert bezieht sich auf eine andere Messbasis. "Das ist keine weitergehende Gefährdungslage", erläuterte der Sprecher des Stabes, Thomas Butter. Zum Vergleich: Der bisher höchste Pegel wurde in Hamburg 1976 mit 4,67 Meter über dem Mittleren Hochwasser erreicht. Bei der großen Sturmflut 1962 stieg er auf 4,03 Meter. Die Deiche wurden nach der Wetterkatastrophe ausgebaut, sie sind jetzt mindestens 7,60 Meter hoch.

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In Hamburg rückte die Feuerwehr bis zum Abend rund 300 mal aus. Dagegen war sei beim Oktober-Orkan schon an einem Tag allein knapp 2000 mal im Einsatz. Erneut wurden nun Dachteile gesichert und umgestürzte Bäume entfernt. Die Regionalbahn AKN prallte an einem Bahnübergang in Elmshorn (Kreis Pinneberg) gegen einen umgestürzten Baum. Der Zugführer wurde leicht verletzt. In die Sylter Nordseeklinik kamen vier im Orkan leicht verletzte Patienten. Die Reisenden stellte "Xaver" schon am Donnerstag auf die Geduldsprobe. Am Hamburger Flughafen fielen von 377 An- und Abflügen 120 Flüge aus oder wurden umgeleitet, auch für Freitag gibt es bereits Streichungen.

 

 

Auch den Bahnverkehr bremste der Sturm aus: Der Fernverkehr von und nach Schleswig-Holstein sowie nach Dänemark wurde eingestellt, ebenso der Sylt-Shuttle und der NOB-Pendelverkehr zwischen Niebüll und Westerland. Im Regionalverkehr des Landes wurde auf vielen Strecken die Geschwindigkeit der Züge gedrosselt. Auf mehreren Streckenabschnitten waren Bäume auf das Gleisbett gestürzt, der Zugverkehr stoppte und die Reisenden wurden mit Bussen transportiert - zum Beispiel zwischen Schleswig und Husum. Die Busse von der Autokraft stellten ihren Betrieb in den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland ein. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist auch am Freitag schulfrei. Die Universität in Kiel sagte auch erneut den Dienst- und Lehrbetrieb ab. Die Stadtverwaltung in Kiel bleibt dann ebenso geschlossen. (dpa/apr)

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