Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Brennpunkt Altona

Erstes Gespräch nach Krawall-Nächten

Hamburg , 15.07.2013
Altona, Randale, Polizeiaufgebot

In der Nacht zum Sonntag (14.7.) kam die Polizei mit einem großen Aufgebot nach Altona.

Nach den Altonaer Krawall-Nächten suchen Polizei und Anwohner nach Lösungen. Ein Gespräch hat die Gemüter in dem Hamburger Viertel vorerst beruhigt.

Nach den jüngsten Randalen in Hamburg erhoffen sich Polizei und Anwohner nun von einem Runden Tisch das Ende der Krawalle. Zu einem ersten Gespräch kamen am Montag der Revierleiter der zuständigen Wache im betroffenen Stadtteil Altona und Väter der verantwortlichen Jugendlichen zusammen. Das eineinhalbstündige Treffen sei konstruktiv und ruhig verlaufen, sagte eine Sprecherin der Polizei.

Zwei Abende in Folge hatten sich am Wochenende verschiedene Gruppen Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die einen blendeten mit Laserpointern, die anderen warfen Steine und zündeten Autos an. Die Gewerkschaft der Polizei forderte "ein auf die Migranten abgestimmtes Maßnahmenbündel". Nach Angaben der Polizeisprecherin begrüßten die Elternvertreter am Montag bei dem Treffen ausdrücklich, dass die Beamten in ihrer Gegend wie in jedem anderen Viertel der Stadt auch auf Streife gingen. In Zukunft wollten beide Seiten "respektvoller miteinander umgehen".

Langfristige Lösungen werden gesucht

Bei einem Runden Tisch, bei dem auch Vertreter des Bezirksamtes, der Innenbehörde und Staatsanwaltschaft anwesend sein sollen, wollen sich alle Beteiligten um eine langfristige Schlichtung in dem Streit mit den jugendlichen Anwohnern des Viertels bemühen. Nach Angaben der Innenbehörde soll das "zügige Gespräch" in erster Linie klären, wie es zu den Ausschreitungen kommen konnte. Bis zu 150 Menschen hatten sich laut Polizei in der Nacht zum Samstag gegen die Beamten solidarisiert und Widerstand geleistet.

 

Die Ermittler zählten die Randalierer zu einem "Klientel krawallorientierter Jugendlicher", die auf den Zug eines aktuellen Konflikts der Polizei mit etwa 30 jugendlichen Migranten vom Vortag aufgesprungen seien, sagte ein Polizeisprecher. Hierbei wurden insgesamt 16 Menschen im Alter von 17 bis 26 Jahren vorläufig festgenommen. Einer von ihnen erlitt Augenreizungen nach dem Einsatz von Pfefferspray der Polizei, ein weiterer wurde mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht. Am Samstag wurde nach erneuten Krawallen ein 21-jähriger Mann festgenommen. Er soll Steine auf Beamte geworfen haben.

Polizeigewerkschaft warnt vor Zuständen wie in Stockholm, London und Paris

Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist das Verhalten der Jugendlichen mit Migrationshintergrund indes ein Alarmsignal für eine "verfehlte Integrationspolitik". Die Gewerkschaft forderte Hamburgs Integrationspolitiker auf, "endlich aufzuwachen, wenn wir Zustände wie jüngst in Stockholm, London und Paris dauerhaft auch für Hamburg abwenden wollen". "Natürlich können rechtsfreie Räume unter keinen Umständen geduldet werden - ebenso wenig wie eine "Verständnisjustiz", die offenbar häufig genug als eine Ermutigung zu weiteren Taten verstanden wird", sagte der GdP-Landesvorsitzender Gerhard Kirsch am Montag. Statt Sonntagsreden forderte Kirsch "ein auf die Migranten abgestimmtes Maßnahmenbündel, das geeignet ist, die sozialen Schieflagen zu beseitigen". Dazu gehöre auch die Bereitschaft der Migranten - "und nicht das Aufgehen in Selbstmitleid, Selbstisolation und die Einstellung, dass immer andere Schuld an ihrem Los sind".

Der Sonntag verlief ruhiger

Der Polizei vorzuwerfen, sie habe die Ursache für die Gewalteskalation gesetzt, sei ebenso falsch wie infam, sagte Kirsch. Mit erhöhter Präsenz hatte sich die Polizei auf weitere Gewalt in der Nacht zum Sonntag eingestellt, doch die verlief nach Angaben eines Sprechers "deutlich ruhiger". Bis auf zwei leicht beschädigte Streifenwagen sei es zu keinen größeren Vorkommnissen zwischen Beamten und den rund 80 versammelten Menschen gekommen. (dpa/apr)