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Radio Hamburg

Kampagnenstart

Letzte deutsche Nazi-Verbrecher werden mit Plakaten gesucht

Hamburg, 23.07.2013
Operation Last Chance, Simon-Wiesenthal-Center, Spät, aber nicht zu spät

Die Plakate werden zwei Wochen lang in Hamburg zu sehen sein.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat eine Plakatkampagne zur Suche nach den letzten überlebenden Nazi-Verbrechern in Deutschland gestartet.

Unter dem Motto "Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II" appellieren die Aufrufe seit Dienstag (23.7.) an die Bevölkerung: "Einige der Täter sind frei und am Leben! Helfen Sie uns, diese vor Gericht zu bringen." Insgesamt werden zwei Wochen lang Plakate in Berlin, Hamburg und Köln aufgehängt.

Schätzungsweise 60 bis 120 noch lebende Nazi-Verbrecher in Deutschland

Für sachdienliche Hinweise ist eine Belohnung bis zu 25 000 Euro ausgesetzt. Der Initiator der Kampagne, Efraim Zuroff, schätzte die Zahl der noch lebenden Nazi-Verbrecher in Deutschland auf 60 bis 120. Die Gesuchten sind vermutlich um die 90 Jahre alt oder noch älter.

Rechtslage hat sich nach Verurteilung von Demjanjuk 2011 geändert

Es sei jetzt in Deutschland leichter geworden, Nazi-Verbrecher aufzuspüren, sagte Zuroff beim Auftakt der Kampagne in Berlin. Nach der Verurteilung von Iwan Demjanjuk in München 2011 habe sich die Rechtslage geändert. Jetzt genüge der Nachweis, dass Menschen in Vernichtungslagern und mobilen Mordkommandos Dienst getan hätten. Vorher habe jedem ein spezifisches Verbrechen an einem bestimmten Menschen nachgewiesen werden müssen.

Deutsch-israelischer Historiker Wolffsohn bezeichnet Aktion als "pietätslos und schamlos"

Der deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn kritisiert die vom Simon-Wiesenthal-Zentrum ausgesetzte Belohnung bei der Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern in Deutschland. Ein solches "ausgeschriebenes Kopfgeld" sei "pietätlos und schamlos", sagte Wolffsohn am Dienstag (23.7.) dem Deutschlandradio Kultur. Zudem sei ein Aufwiegen der NS-Verbrechen mit Zahlen absurd. Viel wichtiger sei, dass eine solide, intensive Aufarbeitung der NS-Verbrechen weitergehe, forderte Wolffsohn. Insgesamt werden zwei Wochen lang Plakate in Berlin, Hamburg und Köln aufgehängt.

Wolffsohn: "Aktion lässt eher Mitleid mit betagten Kriegsverbrechern aus"

Die Aktion unter dem Motto "Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II" ruft nach Einschätzung des Historikers eher Mitleid mit den betagten Kriegsverbrechern hervor. Ähnlich sei dies auch mit dem Prozess gegen den inzwischen verurteilten früheren KZ-Aufseher John Demjanjuk gewesen. "Ich finde es geradezu pietätlos und schamlos: 25 000 Euro für Schwerstverbrecher", kritisierte der ehemalige Professor an der Münchner Bundeswehr-Universität. Mit einer moralisch intensiven Aufarbeitung habe das nichts zu tun.

 

(dpa/mgä)