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Radio Hamburg

LKW-Fahrer tötete Radfahrer

Angeklagter sagt vor Gericht unter Tränen aus

Hamburg, 31.07.2013
Unfall: Lkw rast in Fahrradgruppe in Bergedorf

Im August 2012 fuhr ein LKW-Fahrer in eine Gruppe Radfahrer.

Ein Jahr nach dem tödlichem Unfall mit einer Gruppe Radfahrer haben am Mittwoch (31. Juli) der Angeklagte und Zeugen ausgesagt.

Prozess nach Horrorunfall: Nachdem am 9. August 2012 der Fahrer eines Lastwagens in eine Gruppe Radfahrer gerast ist und einen Menschen tödlich verletzt hat, durfte der Angeklagte heute vor Gericht aussagen. Außerdem sagten 12 Zeugen aus.

Angeklagter unter Tränen

Der LKW-Fahrer, der damals beim Überholen in eine Gruppe Rennradfahrer fuhr, hat vor Gericht sein großes Bedauern über den tödlichen Unfall ausgedrückt. Der 34-Jährige Mann muss sich vor dem Amtsgericht Bergedorf wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Unter Tränen sagte der Angeklagte, wie leid ihm sein Verhalten tue.

Der Kraftfahrer soll im August 2012 einen Tourenradfahrer überholt haben. Auf die entgegenkommende Gruppe aus 30 Rennradfahrern habe er dabei nicht geachtet, so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Der Lastwagen kollidierte mit dem hinteren Teil der Gruppe, worauf vier Radfahrer stürzten. Ein 33-jähriger Mann starb noch an der Unfallstelle.

Der Angeklagte beschrieb den Unfall wie folgt: "Ich habe die Radlergruppe in Dreierreihen entgegenkommen gesehen. Als ich den Blinker zum Überholen des einzelnen Radfahrers gesetzt habe, sind sie alle in Zweierreihen und ganz rechts gefahren." Ein Radler sei ausgeschert und mit dem Aufbau des Kastenwagens zusammengestoßen. Der Anwalt der Nebenklage, die den Vater des gestorbenen 33-Jährigen vertritt, fragte, warum der Lastwagenfahrer nicht gewartet habe, bis die Radlergruppe vorbeigefahren sei. Der Angeklagte wusste keine Antwort.

Zeuge berichtet von früherem Vorfall

Ingesamt sagten am Mittwoch zwölf Zeugen aus. Einige seien überrascht gewesen, dass der Angeklagte trotz der engen Straße zwischen dem einzelnen Radler und der Gruppe durchfuhr. Alle waren sich einig, dass sie von Beginn an in Zweierreihen gefahren seien.

Ein 35-jähriger Zeuge und sein 25 Jahre alter Cousin berichteten, wie der Angeklagte sie gut einem Monat vor dem tragischen Unfall in derselben Gegend ebenfalls mit geringem Abstand überholt habe. Der 35-Jährige habe ihm deswegen den Mittelfinger gezeigt, woraufhin der Lasterfahrer angehalten und den jüngeren Radler geschubst habe. "Er hat mich gefragt, ob ich mal den Deich runterfliegen wolle", so der 25-Jährige. Die Aussage wollte der Angeklagte nicht kommentieren.

Ein 51-jähriger Zeuge sagte aus, dass die Situation am Anfang noch "völlig ungefährlich" ausgesehen habe. Er habe die Gruppe gewarnt, als der Lastwagen ausscherte. Dann habe er die Schreie der Gestützten gehört. Mit einer Krankenschwester, die auch in der Gruppe mitfuhr, habe er den 33-jährigen Schwerverletzten vergeblich versucht zu reanimieren.

Das Urteil wird frühestens am 14. August erwartet.

(dpa/slu)

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