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Radio Hamburg

Hochwasser-Hilfe

150 Hamburger Feuerwehrmänner für Dresden

Hamburg, 04.06.2013
Hamburger Feuerwehr Hochwasser Dresden

Die Hamburger Feuerwehr macht sich auf den Weg nach Dresden.

Die Hamburger Feuerwehr schickt rund 150 Einsatzkräfte zur Hochwasserbekämpfung in das Katastrophengebiet nach Sachsen.

Das Kontingent setzt sich aus zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren sowie Einheiten der Berufsfeuerwehr zusammen, teilte die Feuerwehr am Montag (3.06.) mit. Ausgerüstet werden sie unter anderem mit Pumpen, Kleinbooten und anderem technischen Gerät. Von der Feuerwehrakademie aus sollten sich die Einheiten gegen Mitternacht auf den Weg in Richtung von Hamburgs Partnerstadt Dresden machen.

Katastrophenalarm in Regensburg

Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete reisen. In Bayern ist weiterhin Passau besonders stark betroffen. Nach Einschätzung des Krisenstabs ist aber das Schlimmste überstanden. Dafür hat die Stadt Regensburg jetzt Katastrophenalarm ausgerufen. Um 3 Uhr erreichte die Donau einen Pegelstand von 6,65 Meter. Es drohte die Überflutung mehrerer Straßen, die vorsorglich gesperrt wurden. In einer Schule im Stadtgebiet stand ein Notlager
mit 365 Feldbetten zur Verfügung.

 

Sachsen-Anhalt erwartet höhere Flutwelle als 2002

Das Hochwasser hält tausende Menschen im Osten und Süden Deutschlands weiter in Atem. Braune Fluten in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands: Überlaufende Flüsse fluteten ganze Regionen. Besonders stark betroffen ist Passau. In der Dreiflüssestadt in Bayern steht das Wasser nach wie vor hoch in den Straßen. Doch das Schlimmste scheint überstanden. Die Wasserstände von Inn und Donau sind bis zum frühen Morgen deutlich gefallen. In Regensburg verschärfte sich die Lage dagegen in der Nacht. Sachsen-Anhalt erwartet im Laufe des Tages sogar eine höhere Flutwelle als beim Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002.

Passau: Trinkwasserversorgung gekappt

Mit 12,40 Metern habe der Pegelstand der Donau in Passau um 4 Uhr (4.06.) mehr als einen halben Meter unter dem Höchstand gelegen, sagte ein Sprecher. Bis zum Nachmittag sollte das Wasser auf etwas über 10 Meter zurückgehen. Die Stadtwerke hatten die Trinkwasserversorgung in der Stadt gekappt - denn durch das Flusswasser droht eine Verunreinigung. Der Strom war abgestellt. Auch die Festnetz-Telefone funktionierten nicht mehr.

 

Lage in Halle dramatisch

In Halle war die Lage nach Angaben eines Stadtsprechers bereits "dramatisch". Die Saale habe stellenweise die Marke von 7,50 Metern überschritten. In der Plattenbausiedlung Halle-Neustadt liefen wegen des hohen Grundwasserspiegels bereits die Keller voll. 200 Feuerwehrleute aus dem Harz werden erwartet. Aus dem Raum Hannover sollten 100 000 befüllte Sandsäcke nach Halle gebracht werden.

Dresden: Elbe schwillt bedrohlich an

In Sachsen blicken die Menschen ebenfalls besorgt auf die Elbe, die in der Nacht bedrohlich anschwoll. In Dresden wurde die erste Elbbrücke gesperrt. Ein Sprecher des Katastrophenstabs beruhigte jedoch: "Bilder wie 2002 von einer überschwemmten Dresdner Altstadt wird es aller Voraussicht nach nicht geben."

Bayern und Thüringen: Lage entspannt sich langsam

In den oberbayerischen Hochwassergebieten beruhigte sich die Lage langsam. Die bayerische Staatsregierung will die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Passau und Südostbayern mit einem Hilfsprogramm von 150 Millionen Euro lindern. Auch in den Thüringer Hochwassergebieten entspannte sich die Lage. Das Innenministerium meldete sinkende Pegelstände im ganzen Land. Laut Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wollte die Kanzlerin am Dienstag (4.06.)auch in die Thüringer Hochwassergebiete kommen.

4000 Hilfskräfte im Einsatz

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind seit Samstag 4000 Kräfte des Bundes im Hilfseinsatz - darunter mehr als 1000 Soldaten. Einen Lichtblick gibt es: Der Deutsche Wetterdienst rechnet damit, dass der Regen in dem kommenden Tagen fast überall nachlässt. Auch im Ausland löste das Hochwasser katastrophale Zustände aus. In Österreich waren viele Zugverbindungen gesperrt, Innenstädte standen unter Wasser. In der Slowakei stellte sich die Hauptstadt Bratislava auf die nahende Donau-Flutwelle ein. Der slowakische Wetterdienst rief die höchste Warnstufe aus. Der Schiffsverkehr auf der Donau wurde eingestellt.

 

(dpa/mgä)