Radio Hamburg

Missbrauch: Schwerer Verdacht gegen Erzieher

Wie können Kita-Kinder geschützt werden?

Hamburg, 06.03.2013
Gewalt Kinder, Schläge

Missbrauch: Dunkelziffer bietet Hilfe für Kita-Kinder und Erzieher in Hamburg.

In Norderstedt soll ein 29-jähriger Erzieher ein Kita-Kind sexuell misshandelt haben. Wie können Kinder in Kitas geschützt werden?

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen einen Erzieher aus Norderstedt wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Oberstaatsanwältin Birgit Heß bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Nähere Angaben machte sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht. Laut "Hamburger Abendblatt" handelt es sich um einen 29-Jährigen, der nebenberuflich als Babysitter gearbeitet und dabei ein vierjähriges Mädchen in Norderstedt missbraucht haben soll.

Körperliche Verletzungen habe das Kind offenbar nicht erlitten, berichtete die Zeitung. Der Mann war bis Januar in einer kirchlichen Kindertagesstätte in Hamburg-Schnelsen angestellt, danach in einer Kita des selben Trägers in Norderstedt. Bei den Ermittlungen gehe es auch darum, ob der Mann neben dem Babysitter-Fall auch in den Kindertagesstätten straffällig geworden sei, sagte Heß.

Wie können Kinder geschützt werden?

Ein schwerer Verdacht also, Beweise stehen noch aus. Nach dem Fall stellt sich die Frage: wie können Kinder in Kitas geschützt werden? Und wie können sich Erzieher davor schützen, unter Verdacht zu geraten? Der Verein Dunkelziffer hier in Hamburg veranstaltet Seminare für Erzieher von Kita-Kindern, in denen vermittelt wird, worüber die Erzieher mit den Kindern unbedingt reden sollen. "Es ist wichtig darüber zu reden, dass Kinder Berührungen von Erwachsenen, die sie nicht mögen, zurückweisen sollen", so Katharina von Renteln von Dunkelziffer. 

Eltern sollten immer dann möglichst schnell mit den Kita-Erziehern sprechen, wenn das Kind Sorgen hat und sich plötzlich anders verhält. Auf der anderen Seite wird Erziehern geraten, stets die so genannte "pädagogische Distanz" zu jedem Kind zu wahren, um nicht in falschen Verdacht zu geraten. "Damit ist gemeint, ob ein Erzieher sich auch bei den Kindern als Babysitter anbietet", sagt Katharina von Renteln vom Hamburger Verein "Dunkelziffer" weiter.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite vom Verein "Dunkelziffer".

(lhö/iw/dpa)