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Radio Hamburg

Reemtsma-Entführer

Thomas Drach bietet Interview für Geld an

Hamburg, 05.11.2013

Hat der Reemtsma-Entführer Thomas Drach Geldsorgen?

Nach mehr als 15 Jahren wurde der Reemtsma-Entführer vor zwei Wochen aus dem Gefängnis entlassen. Gegen Geld will er nun ein Interview geben.

Der kürzlich aus der Haft entlassene Reemtsma-Entführer Thomas Drach ist gegen Geld zu einem Interview bereit. Das erklärte sein Anwalt in einem Schreiben vom 31. Oktober an ausgewählte Medien. Ein Interview könne unter Umständen auch exklusiv erfolgen, schreibt der Anwalt. Bei der Auswahl spiele Geld natürlich auch eine Rolle, sagte der Jurist am Dienstag. Doch 2das Paket" müsse stimmen. Per Mail sollen Interessenten ihre Vorstellungen zur Vergütung Drachs, "Ort & Zeit (Inland oder Ausland)" sowie "Teilnehmer (auf beiden Seiten)" mitteilen.

Drach ändert seine Meinung

Zuerst hatte der Mediendienst "Meedia" über das Angebot Drachs berichtet. Die Entscheidung wolle Drach in Ruhe treffen, erklärte sein Anwalt. Zum Aufenthaltsort des 53-Jährigen und seiner finanziellen Situation wollte er keine Angaben machen. Drach war am 21. Oktober nach mehr als 15 Jahren aus dem Gefängnis in Hamburg-Fuhlsbüttel entlassen worden. Zunächst hatte es geheißen, Drach werde sich nicht gegenüber Medien äußern und habe auch keine weiteren Erklärungen oder Informationen zu geben. Sein Anwalt wollte sich nicht dazu äußern, warum Drach seine Meinung änderte.

Lest auch: Reemtsma-Entführer: Thomas Drach heute aus dem Gefängnis entlassen

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Wo ist das Lösegeld?

Drach und seine Komplizen hatten den damals 43 Jahre alten Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma im Frühjahr 1996 vor seinem Haus in Hamburg-Blankenese überwältigt. Viereinhalb Wochen lang hielten sie ihn angekettet in einem Verlies in der Nähe von Bremen fest. Gegen 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken war Reemtsma schließlich freigekommen. Von der Beute sollen noch nennenswerte Beträge im Gegenwert von mehreren Millionen Euro erhalten sein. Sicher ist das aber nicht. Polizei und Justiz rechnen damit, dass Drach versuchen wird, an die Reste des Lösegeldes zu kommen. Nach dem Geld suchen auch staatliche Ermittler und private Fahnder im Auftrag von Reemtsma. (dpa)

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