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Radio Hamburg

Erstes Einlenken

Einige Anträge auf Bleiberecht ausgefüllt

Hamburg, 17.10.2013
Schwarzafrikaner, Flüchtlinge, Libyen, Afrikaner

Seit einigen Monaten leben 80 afrikanische Flüchtlinge in der St. Pauli-Kirche.

Im Streit um das Bleiberecht für die rund 300 afrikanischen Flüchtlinge haben einige bereits einen offiziellen Antrag auf Bleiberecht ausgefüllt.

Einige der Männer haben sich jetzt bei der Hamburger Ausländerbehörde gemeldet und offiziell einen Antrag auf Bleiberecht gestellt.

Für wen ist das Verfahren ratsam?

In der Sankt Pauli-Kirche leben seit Monaten rund 80 Schwarzafrikaner, die bislang die Herausgabe ihrer Personalien und damit die Bewertung der Frage, ob ihnen Asyl in Hamburg zusteht, verweigert. Sieghard Wilm, Pastor der Sankt Pauli-Kirche, sagt: ein Asylverfahren ist für viele der Männer nicht ratsam. Warum?

"Weil dann natürlich die Antwort sofort wäre: Überstellung nach Italien. Es ist nun mal das Erstaufnahmeland und da gilt der europäische Gesetzesgrundlage. Was die Flüchtlinge auch beantragen wollen ist ein Aufenthalt aus humanitären Gründen. Italien ist überfordert und bietet eine humanitäre Situation, die nicht tragbar ist."

Aufenthaltsperspektive in Hamburg

Christopher Hein vom italienischen Flüchtlingsrat entgegnet allen Kritikern, dass die Situation von Flüchtlingen in Italien nicht menschenunwürdig ist. Frank Reschreiter von der zuständigen Innenbehörde, was passiert mit den Männern, bei denen sich herausstellt, dass sie bereits in Italien als Asylbewerber anerkannt sind?

"Das ist jedenfalls von der Einzelfallprüfung jetzt abhängig. Wer bereits in Italien einen Asylantrag gestellt hat und dort auch eine Arbeitserlaubnis hat. Dort muss man im Einzelfall klären, ob es eine Aufenthaltsperspektive in Hamburg gibt. Nach EU-Recht müssen wir natürlich davon ausgehen, dass dann der Eine oder Andere auch nach Italien zurückreisen muss oder in sein Heimatland."

 

(rh/kru)

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