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Radio Hamburg

Kein Platz für Altes

Reeperbahn soll umgestaltet werden

Hamburg, 13.10.2013
Reeperbahn, Große Freiheit, Pressebild, Hamburg Marketing

Die Reeperbahn wird sich in den nächsten Jahren verändern. Die Esso-Häuser werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt.

Kein Platz für alte Clubs auf der neuen Reeperbahn: Das "Molotow" soll verschwinden, die Esso-Häuser werden abgerissen und neu gebaut.

Was nicht abgerissen wird, wird einstürzen, sagen Gutachter. Was kein Geld bringt, muss weichen. So empfinden es die Anhänger der alten Clubs in den Esso-Häusern an der Hamburger Reeperbahn. Von der Esso-Tankstelle bis zum Kultclub Molotow wird jedenfalls alles abgerissen.

Häuser baufällig

Das endgültige Aus skizzieren die Bausachverständigen auf Seite vier des Gutachtens zum Zustand der Esso-Häuser: "Das Versagen eines einzelnen Bauteils könnte zu einem Dominoeffekt führen." Und weiter heißt es in deutlichen Worten: "Der Zustand von nahezu 100 Prozent der Bauteile ist kritisch oder grenzwertig." Risse in den Mauern, sichtbare Stahlträger, Feuchtigkeit. Die Bewohner dürfen ihre Balkone nicht mehr betreten, denn diese könnten abbrechen. Um die Waschstraße der Esso-Tankstelle sind die Mauern feucht.

Ab 30.6.2014 keine Betriebserlaubnis

Die Münchner Firma Bayerische Hausbau kaufte die Esso-Häuser im Jahr 2009. Dort hatte man nie vor, die Häuser stehen zu lassen. Etwas Neues soll entstehen - mit den alten Mietern. Die sind skeptisch. Funktionieren Traditionsclubs im Neubau? Die Betreiber des Clubs versuchen, weitere Unterstützer zu gewinnen. "Das Molotow muss bleiben", steht in großen Lettern auf Plakaten und Aufklebern, auf T-Shirts, auf dem Boden, auf Straßenlaternen. Der Laden ist voll, auch unter der Woche, wenn unbekannte Künstler die Bühne rocken, vor 80 bis 100 Leuten, seit 1990. Das Problem: Seit Jahren wurden die Esso-Häuser nicht instand gesetzt. Abgestützt werden könnten die Gebäude noch, aber Schall- und Brandschutz wären zu schwer. Vom 30. Juni 2014 an erlaubt das Bezirksamt Altona den Betrieb der Esso-Häuser nicht mehr.

Über 19.000qm neue Wohnfläche

Jetzt sollen neue Gebäude entstehen. Geplant sind 5.000 Quadratmeter Gewerbe- und 19.500 Quadratmeter Wohnfläche. Die Bezirksversammlung fordert mindestens 100 geförderte Wohnungen, mindestens 50 Prozent sollen es sein. Dann verdient die Bayerische Hausbau deutlich weniger. Die Geschäftsmieter müssten draufzahlen, sagt Taubenberger.

Reeperbahn ohne Herz

Soweit denkt der Betreiber des Molotows noch nicht. Er sorgt sich um den Umzug. "In der Regel geht das schief", sagt er. Sein Programm kann er mitnehmen, aber das Ambiente ist weg. "Man kann alles nachbauen, wenn man das Geld hat. Aber das haben wir nicht." Er hadert mit dem Ende der alten Reeperbahn. "Diese Mischung aus alter Seefahrerromantik, Rotlicht und Szene - die ist kaum noch zu erahnen." Was bleibt: "Läden, wie es sie in jeder beliebigen Stadt gibt, in jeder beliebigen Hauptstraße, in jedem Scheißkaff."

(dpa/fbu)