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Radio Hamburg

Prozessauftakt

Deal für mutmaßlichen Kinderschänder?

Hamburg, 14.10.2013
Prozess, Kinderschänder, Stefan H., Erzieher

Der mutmaßliche Hamburger Kinderschänder Stefan H. versteckte sein Gesicht hinter einer Mappe.

Im Fall des mutmaßlichen Hamburger Kinderschänders und ehemaligen Erziehers Stefan H. zeichnet sich ab, dass der Prozess mit einem Deal enden könnte.

Der Erzieher Stefan H. soll in einer kirchlichen Kita in Hamburg mehrere Mädchen und Jungen sexuell missbraucht haben. Am Montag (14.10.) hat der Prozess gegen den 30-Jährigen begonnen. Es zeichnet sich ab, dass der Prozess mit einem  "Deal" zu Ende gehen könnte.

Fünfeinhalb Jahre Haft und Berufsverbot

Der Erzieher, der mehrere Kinder in einer Kita in Hamburg-Schnelsen und in seiner Wohnung missbraucht haben soll, kommt aller Voraussicht nach höchstens fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Außerdem wird ihm das Hamburger Landgericht  wahrscheinlich ein Berufsverbot auferlegen. Das geht aus einem sogenannten Deal hervor, den die Beteiligten am Montag beim Prozessauftakt besprochen haben. Ob alle mit dieser Verständigung einverstanden sind, darüber sollte am Nachmittag weiter verhandelt werden. Dann wird auch eine Aussage des Angeklagten erwartet.

Geständnis erwartet

Der 30-Jährige aus Norderstedt ist wegen neun Sexualstraftaten angeklagt. Nach dem Deal soll ein Fall - der Missbrauch eines vier Jahre alten Jungen - eingestellt werden. Dafür wird ein Geständnis des Angeklagten in allen anderen Fällen erwartet. Den Opfern sollen damit eine Vernehmung vor Gericht und mögliche Glaubwürdigkeitsgutachten erspart werden.

Anklage wegen Kinderpornografie

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Erzieher unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Außerdem soll er mehrere Opfer in sexuell aufreizenden Posen fotografiert haben - angeklagt ist daher auch der Besitz von Kinderpornografie. Laut Anklage hatte er in der Kita und in seiner Wohnung in Norderstedt Hunderte Aufnahmen der nackten Kinder gemacht. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Tatzeitraum zwischen September 2012 und Februar 2013 aus. Der Pädagoge sitzt seit Mitte April in Untersuchungshaft.

Erzieher bot sich als Babysitter an

Der 30-Jährige soll sich auch als Babysitter angeboten haben. Im Februar vertrauten ihm Eltern ihre vierjährige Tochter übers Wochenende an. In seiner Wohnung soll er unter anderem versucht haben, das Mädchen zu vergewaltigen. Außerdem machte er fast 280 digitale Aufnahmen und ein Video von der Kleinen. Als sie nachts schlief, fertigte er weitere Bilder an. Die Eltern von vier Kindern treten vor Gericht als Nebenkläger auf. Der Erzieher war laut Anklage bis Januar 2013 in der  kirchlichen Kita in Hamburg-Schnelsen angestellt. Die Ermittlungen waren in Gang gekommen, nachdem eine Mutter Hinweise auf einen Missbrauch gesehen und Anzeige erstattet hatte.

 

(dpa/mgä)

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