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Radio Hamburg

Thomas Drach

Reemtsma-Entführer muss eine Fußfessel tragen

Hamburg, 18.10.2013
Thomas Drach, Reemtsma Entführer

Strenge Auflagen für Reemtsma-Entführer Thomas Drach.

Thomas Drach kommt nach mehr als 15 Jahren frei. Dann gelten für ihn aber strenge Auflagen - er bekommt etwa eine elektronische Fußfessel.

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach darf zwar bald das Gefängnis verlassen, sich in Deutschland frei zu bewegen, wird jedoch nicht einfach für ihn sein. Der 53-Jährige soll im Laufe dieses Monats nach mehr als 15 Jahren hinter Gittern auf freien Fuß kommen. Dann muss er aber eine elektronische Fußfessel tragen und strenge Auflagen erfüllen, wie das Hanseatische Oberlandesgericht mitteilte.

Geregelte Arbeit und Meldung beim Bewährungshelfer

Im Ausland ist eine Überwachung mit der Fußfessel allerdings nicht möglich. Wann genau Drach aus der Haft entlassen wird, verriet die Justiz nicht. Drach ist es nach seiner Freilassung untersagt, Waffen zu besitzen und Kontakt zu seinem Opfer Jan Philipp Reemtsma aufzunehmen. Wenn er sich in Deutschland aufhält, muss er seinen Wohnsitz mitteilen und sich wöchentlich bei einem Bewährungshelfer melden. Außerdem ist er gehalten, eine geregelte Arbeit aufzunehmen oder sich arbeitslos zu melden.

Der 53-Jährige hatte gegen die Weisungen des Hamburger Landgerichts Beschwerde eingelegt, war damit jedoch gescheitert. Drach und seine Komplizen hatten den Millionenerben Reemtsma im Frühjahr 1996 vor seinem Haus in Hamburg-Blankenese überwältigt. Viereinhalb Wochen hielten sie ihn angekettet und in Todesangst in einem Verlies in der Nähe von Bremen fest. Gegen 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken war Reemtsma schließlich freigekommen. Nur ein Bruchteil der Beute ist bisher aufgetaucht.

Lest auch: Thomas Drach: Reemtsma Entführer kommt frei

Über 15 Jahre saß Thomas Drach als Drahtzieher und Entführer des Millionen-Erben Reemtsma hinter Gittern. Nun wir ...

Verbleib des Geldes unbekannt

Kurz vor seiner zunächst geplanten Entlassung Mitte 2012 kam Drach wieder vor Gericht, und wieder ging es um das Rekordlösegeld. Im November 2011 verurteilte ihn das Hamburger Landgericht wegen versuchter Anstiftung zur räuberischen Erpressung zu 15 Monaten Haft. Drach hatte nach Überzeugung der Richter mit zwei Briefen aus der Haft heraus versucht, einen Bekannten zur Erpressung seines jüngeren Bruders zu bringen - weil er Angst hatte, dass dieser sich an den Lösegeld-Millionen vergreift.

Wo Drach die Millionenbeute aus der Reemtsma-Entführung versteckt hat, ist unklar. Über den Verbleib des Geldes schweigt er eisern. Die Ermittler wollen verhindern, dass der 53-Jährige künftig wieder auf großem Fuß lebt - wie gleich nach der Entführung, als er sich in einen südamerikanischen Nobelbadeort abgesetzt hatte. (dpa)

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