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Radio Hamburg

Versuchte Geiselnahme

Prozess wegen versuchten Missbrauchs beginnt

Hamburg, 30.10.2013
Duvenstedt Hausdurchsuchung

Vor dem Landgericht beginnt ein Prozess wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs und versuchter Geiselnahme gegen einen 28-Jährigen.

Fast 6 Monate nach der versuchten Geiselnahme eines 8-jährigen Mädchens in Duvenstedt muss sich ein 28-Jähriger vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem  Mann versuchten schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes sowie versuchte Geiselnahme vor. Der 28-Jährige habe das Kind über längere Zeit gefangen halten und sexuell missbrauchen wollen.

Versuchte Entführung einer 8-Jährigen

Der Angeklagte hatte das Mädchen Ende April dieses Jahres auf dem Weg von der Musikschule angesprochen und gegen seinen Willen auf die Rücksitzbank seines Autos gezerrt. Als er die Tür verschlossen hatte und losfahren wollte, gelang es der Achtjährigen, die Autotür wieder zu öffnen. Sie schrie um Hilfe und floh zu Passanten. Da sich ein Zeuge das Autokennzeichen merkte, wurde der damals 27-Jährige kurz danach festgenommen.

Präparierter Kleiderschrank

Laut Anklage hatte der Mann geplant, das Mädchen in einem präparierten Kleiderschrank in seiner Wohnung für längere Zeit gefangen zu halten. Bei der Polizei gab der Angeklagte zu, dass er das Kind sexuell missbrauchen wollte. Vor dem Haftrichter hatte er hingegen zu den Vorwürfen geschwiegen. Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.

Öffentlichkeit wegen Krankheit des Angeklagten ausgeschlossen

Kurz nach Beginn des Prozesses hat das Hamburger Landgericht die Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen. Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit noch vor der Anklageverlesung folgte der Vorsitzende Richter einem Antrag der Verteidigung des angeklagten 28-Jährigen. Das sei notwendig gewesen, weil das Krankheitsbild seines Mandanten vielleicht eine große Rolle im Verfahren spiele, sagte der Anwalt des Angeklagten am ersten Verhandlungstag. Der 28-Jährige sitzt seit dem 1. Mai in Untersuchungshaft und wurde Ende August in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Für den Prozess sind vier Verhandlungstage bis Ende November angesetzt. Im Falle eine Verurteilung drohen dem Mann zwei bis 15 Jahre Haft, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

(dpa/mgä)