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Radio Hamburg

43-Jähriger vor Gericht

Reizgas-Attacke am NS-Mahnmal

Hamburg, 18.09.2013
Landgericht, Bergedorf

Heute beginnt der Prozess gegen den 43-Jährigen.

Bei der Einweihung eines NS-Mahnmals waren im September 2012 Besucher mit Pfefferspray angegriffen worden. Jetzt muss ein 43-Jähriger dafür vor Gericht.

Nach einer Pfefferspray-Attacke bei der Enthüllung eines Mahnmals für ehemalige Zwangsarbeiter in Hamburg-Bergedorf beginnt heute der Prozess gegen einen 43-Jährigen. Der Mann muss sich vor dem Amtsgericht Bergedorf unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Polnische Delegation angegriffen

Mit dem Reizgas soll er nach früheren Polizeiangaben vor allem Mitglieder einer polnischen Delegation angegriffen haben. Mehrere Menschen waren leicht verletzt worden. Der 43-Jährige ist zudem wegen Volksverhetzung und Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen angeklagt.

Flyer mit Hakenkreuzfahnen verteilt

Anfang vergangenen Jahres soll er 15 Flyer mit der nationalsozialistischen Hakenkreuz-Fahne und der antisemitischen Aufschrift "Die Juden sind unser Unglück!" an einen damals inhaftierten Bekannten in Brandenburg geschickt haben - damit er sie an andere Gefangene verteilt.

Am 21. September 2012 soll der Angeklagte dann bei der Einweihung eines Mahnmals zum Gedenken an ehemalige Zwangsarbeiter des NS-Regimes mehrere Besucher in den vorderen Reihen mit Pfefferspray besprüht haben. "Weitere auf einer Brücke an der Bergedorfer Straße stehende Personen, die ebenfalls die Gedenkfeier verfolgten, wurden auch von der Pfefferspraywolke erfasst", hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

Angeklagter voll schuldfähig

Die Verletzten klagten über Augenbrennen und Halsbeschwerden. Insgesamt waren etwa 250 Gäste bei der Veranstaltung. Nach dem Reizgas-Angriff war der Mann nach früheren Polizeiangaben zunächst in eine Psychiatrie gekommen. Der Angeklagte gilt aber als voll schuldfähig, wie Oberstaatsanwältin Nana Frombach sagte. Er habe bisher zu den Vorwürfen geschwiegen.

Pfefferspray-Attacke scharf verurteilt

Die Hamburger Bürgerschaft hatte die Pfefferspray-Attacke scharf verurteilt. Die Abgeordneten seien entsetzt und beschämt, hatte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) wenige Tage nach der Tat erklärt. Die Attacke sei die Tat eines "feigen Attentäters".

In Bergedorf wurden während der Nazi-Zeit Tausende Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge des KZ Neuengamme, darunter auch Kinder, eingesetzt. Das Mahnmal soll an das Unrecht erinnern, das ihnen angetan wurde.

(dpa/pne)