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Radio Hamburg

Hacker-Angriff

18-Jähriger legte Landesrechenzentrum lahm

Hamburg/Magdeburg, 28.09.2013
Handy, Hacker, Daten, Sicherheit

Dem Täter drohen bei einer Verurteilung bei einem besonders schweren Fall bis zu zehn Jahre Haft.

Nach dem Hacker-Angriff auf das Landesrechenzentrum in Sachsen-Anhalt hat die Polizei einen 18-jährigen Schüler aus Hamburg als Täter ermittelt.

Ein 18 Jahre alter Schüler aus Hamburg hat das Internetportal des Landes Sachsen-Anhalt lahmgelegt. Er habe den Angriff auf das Rechenzentrum gestanden, teilten Landeskriminalamt (LKA) und Staatsanwaltschaft am Freitag in Magdeburg mit. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Hamburg seien Beweise sichergestellt worden.

Hacker-Angriff Ende August

Der offizielle Auftritt der Landesregierung war Ende August von einem Hacker angegriffen worden. Daraufhin war das Internet-Portal, das vom Landesrechenzentrum in Halle betrieben wird, mehrere Stunden lang nicht mehr zu erreichen. Doch die Folgen waren noch gravierender: Wochenlang konnten Ämter und Ministerien zahlreiche Inhalte nicht mehr aktualisieren.

Stillstand in Ämtern und Ministerien

Alte Meldungen standen über Tage auf der Titelseite, auch der Zugriff auf Informationen über Förderprogramme oder Regelungen in der Verwaltung konnten nicht mehr auf den aktuellen Stand gebracht werden. Bei der Staatskanzlei hagelte es Beschwerden. Das Portal zählt pro Monat rund 1,4 Millionen Zugriffe.

Digitale Spuren führten zum Täter

Nach dem Angriff hätten Spezialisten des Landeskriminalamtes digitale Spuren gesichert, die zu dem Schüler führten, erklärte die Polizei nun. Bei der Durchsuchung der Wohnung durch Beamte aus Magdeburg seien beweissichere Kopien von Datenträgern gemacht worden. Bislang sei der Schüler der einzige Beschuldigte.

Keine Aussagen zu seinem Motiv

Das Motiv ist rätselhaft: "Zu seinem Motiv hat er noch nichts gesagt", erklärte LKA-Sprecher Martin Zink. Die Polizei wertete die Ermittlungen auch als großen Erfolg des Cybercrime Competence Centers (4C) des Landeskriminalamtes. 

Bis zu zehn Jahre haft

Dem Täter drohen bei einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft, bei einem besonders schweren Fall sogar bis zu zehn Jahre. Computersabotage ist im Strafgesetzbuch im Paragrafen 303b geregelt.

(dpa/pne)

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