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Radio Hamburg

Fall Yagmur

Befragung eines Beamten und der Staatsanwältin

Hamburg, 24.04.2014
RHH - Expired Image

Der Fall Yagmur wird neu aufgerollt. Am Donnerstag (24.04.) werden die Staatsanwältin und ein Beamter zu dem Fall befragt.

Nach der überraschenden Wende im Fall Yagmur befragt der Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft am Nachmittag eine Staatsanwältin und einen Polizisten des Landeskriminalamtes.

Gut eine Woche nach der überraschenden Wende im Fall Yagmur befragt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss am Donnerstag Ermittler.

Vernehmung der Staatsanwältin

Die Abgeordneten wollen eine Staatsanwältin und einen Beamten des Landeskriminalamtes als Zeugen vernehmen, die zu früheren Misshandlungsvorwürfen gegen die Eltern des getöteten Kindes Auskunft geben sollen. "Die Versäumnisse der Staatsanwaltschaft, die sich abzeichnen, sind doch relativ eklatant", erklärte der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries im Vorfeld der Sitzung.

Mordanklage gegen die Mutter

Die dreijährige Yagmur war am 18. Dezember vergangenen Jahres in der Wohnung ihrer Eltern an den Folgen eines Leberrisses gestorben. Ursprünglich galt der Vater als Haupttäter. Seine Ehefrau wurde verhaftet, weil sie angeblich nichts gegen die Misshandlungen unternahm. Doch in der vergangenen Woche erklärte die Staatsanwaltschaft plötzlich, sie sehe es nun genau umgekehrt. Sie erhob Mordanklage gegen die Mutter und wirft dem Vater nur noch Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen vor. Beide beteuern ihre Unschuld.

Zahlreiche Verletzungen

Schon knapp ein Jahr vor dem gewaltsamen Tod der Dreijährigen wurde das Kind wegen zahlreicher Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Der Rechtsmediziner Klaus Püschel erstattete Anzeige gegen unbekannt. Damals wurden bei Yagmur eine lebensgefährliche Schädelverletzung, eine entzündete Bauchspeicheldrüse durch stumpfe Gewalt und zahlreiche Blutergüsse festgestellt.

Aufgrund der Vielzahl der Verletzungen sei das ein "einzigartiger Fall" gewesen, hatte der Rechtsmediziner Püschel kürzlich vor dem Ausschuss berichtet. Anscheinend sei seine große Besorgnis aber zur Staatsanwaltschaft und zu den Jugendämtern nicht richtig durchgedrungen.

Ermittlungen wurden eingestellt

"Die Akte von dem ersten schweren Vorfall ist ziemlich dünn, das deutet nicht auf eine sehr intensive Ermittlungstätigkeit der Staatsanwaltschaft hin", erklärte de Vries. Vor allem der Verletzung der Bauchspeicheldrüse des Mädchens sei damals nicht richtig nachgegangen worden. Hätte man dazu noch einmal den Rechtsmediziner befragt, hätte dieser erläutern können, dass die Gewaltanwendung nur ein oder zwei Tage vorher stattgefunden haben konnte, sagte der CDU-Politiker. Damit wäre dann klar gewesen, dass ein Elternteil der Täter gewesen sein musste - denn Yagmur war zu diesem Zeitpunkt bei Vater und Mutter. So aber wurden die Ermittlungen im November eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft nicht klären konnte, ob die Eltern oder die Pflegemutter schuldig waren.

Jugendamt überließ Yagmur ihren Eltern

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte sich vor der Befragung des Untersuchungsausschusses nicht zu Details äußern. Sie betonte aber, man habe bei einer Überprüfung keinen Anlass für strafrechtliche Ermittlungen gegen die zuständige Staatsanwältin oder die Familienrichterin gesehen.

Näher betrachten wollen die Abgeordneten auch den Austausch zwischen der Anklagebehörde und den Jugendämtern, die Yagmur seit ihrer Geburt betreuten. Denn obwohl die Ermittlungen noch liefen, gab das Jugendamt im vergangenen Sommer dem Wunsch der Eltern nach, Yagmur solle wieder bei ihnen leben. Vier Monate später war das Kind tot.

Aktion des Allgemeinen Sozialen Dienstes

An diesem Freitag ist eine Aktion des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) der Jugendämter in Hamburg geplant. Die Beschäftigten wollen auf die aus ihrer Sicht schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. "Über den Tod der kleinen Yagmur sind wir sehr betroffen", heißt es in einer aktuellen ASD-Erklärung. "Wir sind aber auch betroffen von den Anklagen gegen die Kollegen und Kolleginnen des Allgemeinen Sozialen Dienstes. Denn so sehr wir uns auch anstrengen (...), wir werden es nicht verhindern können, dass Eltern ihre Kinder misshandeln und dass Kinder dadurch sterben."

(dpa/kru)

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