Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Fall Yagmur

Erste Zeugen sollen sich äußern

Hamburg, 14.04.2014
Tod, Dreijährige, Yagmur, Billstedt, Trauer

Ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss will herausfinden, welche Verantwortung für Yagmurs Tod die Behörden trifft.

Vor vier Monaten verblutete in Hamburg die dreijährige Yagmur, ihr Vater sitzt in U-Haft. Ein Untersuchungsausschuss befragt die ersten Zeugen.

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur in Hamburg will am Montag (14.04., 17.00 Uhr) die ersten Zeugen befragen. Es geht um die Frage, warum bei den Behörden Alarmzeichen für frühere Misshandlungen des Mädchens übersehen oder falsch interpretiert wurden. Geladen sind der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel und seine Kollegin Dragana Seifert. Yagmur starb am 18. Dezember vergangenen Jahres an inneren Blutungen. Sie sollen Folgen von schweren Misshandlungen sein, die der Vater ihr nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zufügte. Die Mutter soll nichts dagegen unternommen haben. Die Eltern sitzen in Untersuchungshaft.

Langer Leidensweg

Nach eigenen Angaben hatte Püschel das Kind schon Monate vor seinem Tod für "hochgradig gefährdet" gehalten. Bei Untersuchungen Ende 2012/Anfang 2013 im Krankenhaus wurden massive Verletzungen am Kopf, eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse und zahlreiche Blutergüsse festgestellt. Püschel erstattete deshalb Anzeige. Das Mädchen wurde vom Jugendamt betreut. Yagmur war schon kurz nach ihrer Geburt zu einer Pflegemutter gekommen, immer wieder kam es aber auch zu Begegnungen mit den leiblichen Eltern, die das Sorgerecht hatten. Nach der Anzeige des Rechtsmediziners gab das Jugendamt Yagmur vorübergehend in eine Einrichtung. Denn die Pflegemutter bezichtigte sich selbst, möglicherweise für Verletzungen des Kindes verantwortlich zu sein - deshalb wurde zuerst auch gegen sie ermittelt.

Lest auch: Tod der dreijährigen Yagmur: Untersuchungsausschuss nimmt Arbeit auf

Rund zweieinhalb Monate nach dem Tod der dreijährigen Yagmur nimmt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zu ...

Laut einer früheren Aussage von Püschel fragte die Hamburger Staatsanwaltschaft aber erst im Herbst 2013 bei ihm an, ob die Schilderungen der Pflegemutter überhaupt zu den Verletzungen des Kindes passten. Er habe das verneint. Im November stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die leiblichen Eltern und die Pflegemutter ein, weil man nicht genau klären konnte, wer der Täter war. Doch noch während die Ermittlungen gegen die Eltern liefen, hatte das Jugendamt bereits erlaubt, dass Yagmur von Mitte 2013 an dauerhaft bei ihnen wohnte. Vier Monate später war das Kind tot. Ein Prüfbericht der Jugendhilfeinspektion sah Leichtgläubigkeit, schlechte Übergaben und Überlastung als Ursachen für die Fehleinschätzungen bei den beteiligten Jugendämtern Mitte und Eimsbüttel. (dpa/apr)