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Radio Hamburg

Praxis ohne Grenzen

Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung

Hamburg, 23.04.2014
Praxis ohne Grenzen Screenshot Homepage

Ab Mittwoch (07.05) werden in Horn unentgeltlich Menschen ohne Krankenversicherung behandelt. 

In Horn gibt es seit Mittwoch (23.04) die erste Praxis ohne Grenzen, in der Ärzte unentgeltlich kranke Menschen ohne Versicherung medizinisch behandeln.

Der ehemalige Hamburger Chefarzt Peter Ostendorf für Innere Medizin im Hamburger Marienkrankenhaus hat am Mittwoch (23.04) im Stadtteil Horn Hamburgs erste Praxis ohne Grenzen eröffnet. Zusammen mit seinem Team aus Ärzten und Pflegern verschiedener Fachrichtungen kümmern sich die Mediziner ehrenamtlich und vollkommen anonym um Menschen ohne Krankenversicherung. Untergebracht ist die medizinische Anlaufstelle im Senioren Centrum Horn am Bauerberg.

30 freiwillige Helfer

In der ersten Sprechstunde in zwei Wochen will Ostendorfer mit 30 Helfern ab sofort in drei Praxisräumen papierlose Asylsuchende, Flüchtlinge und Zuwanderer aus neuen EU-Ländern versorgen. Daneben können sich aber auch Selbstständige oder insolvente Personen, die sich selbst keine Krankenversicherung mehr leisten können, in der Praxis behandeln lassen. Insgesamt sind in der Praxis zehn Internisten, vier Gynäkologen, vier HNO-Arzt, zwei Kinderärzte sowie jeweils vier bis fünf Krankenschwestern und Dolmetscher tätig. Finanziert wird die Praxis durch Privatpersonen und Spenden. So ist beispielsweise der Großteil der medizinischen Ausrüstung gesponsert. "Uns ist wichtig, dass wir auf dem aktuellen Stand der Technik sind", sagt Ostendorf gegenüber dem "Abendblatt". "Wir wollen hier nicht arme Leute mit armen Geräten behandeln."

In Hamburg lange überfällig

Hamburgs Gesundheits-Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) zeigte sich erfreut über die neue Behandlungsalternative für sozial Bedürftige. Die Anlaufstelle in Horn sei für Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus eine bedenkenlose und sichere Option medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. "Dieses ist eine Einrichtung der medizinischen Versorgung und da wird nicht gefragt, wer hier hinkommt, sondern hier bekommt jeder Hilfe, der diese Stelle aufsucht", sagte sie bei der Eröffnung der neuen Praxisräume. Ab dem 7. Mai hat die Praxis immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet. "Ich bin sicher, dass wir unsere Öffnungszeiten relativ schnell auf mehrere Wochentage ausdehnen werden", erklärte der ehemalige Chefarzt dem "Abendblatt".

Lange Planungsphase

Die Planungen für die Praxis laufen bereits seit über einem Jahr. Der 75-jährige Ostendorf wurde durch Meldungen aufgeschreckt, dass immer mehr Menschen keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, da sie nicht krankenversichert sind. Im Gespräch mit dem "Abendblatt" sagte er, dass eine Ausgrenzung von sozial Bedürftigen "menschlich, gesellschaftlich und medizinisch nicht erträglich" sei und er mit seiner Arbeit etwas zurückgeben und für etwas Frieden im Medizinsystem sorgen wolle.

(san)

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