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Radio Hamburg

10 Jahre Haft gefordert

34-Jähriger gesteht brutale Messerattacke auf Ex

Hamburg, 29.08.2014
Gericht, Hammer, Urteil, Landgericht, Täter, Opfer, Prozess, Jurist

Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft für einen 34-Jährigen, der seine Ex-Freundin brutal mit einem Messer angegriffen haben soll.

Mit zahlreichen Messerstichen soll ein 34-Jähriger seine damalige Partnerin auf der Toilette beinahe umgebracht haben. Jetzt soll er für viele Jahre hinter Gittern wandern.

Ein 34-Jähriger aus Hamburg, der seine Ex-Freundin mit zahlreichen Messerstichen beinahe umgebracht hat, soll nach dem Willen der Anklage zehn Jahre ins Gefängnis. Der Mann sei wegen versuchten heimtückischen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen, forderte der Staatsanwalt am Freitag (29.08) in seinem Plädoyer vor dem Hamburger Landgericht. "Er konnte und wollte die Trennung nicht akzeptieren. Sein Motiv war die Verzweiflung über das Verlassenwerden." Die Verteidigung verlangte höchstens sechs Jahre Haft. Das Urteil wird am kommenden Dienstag (02.09) erwartet.

Brutale Tat gestanden

Der Angeklagte hatte die Bluttat beim Prozessauftakt weitgehend gestanden - aber auch betont, er habe keine konkrete Erinnerung daran. Am Tattag Mitte Januar lauerte er der 27-Jährigen laut Anklage "überfallartig" vor der Wohnungstür auf, als sie ihren Sohn gerade zur Schule bringen wollte. Er drängte beide zurück in die Wohnung und bekniete die Frau vergeblich, ihm eine zweite Chance zu geben. Als die 27-Jährige gerade auf der Toilette saß, zog der Mann nach Darstellung der Staatsanwaltschaft plötzlich ein Messer und fügte ihr in rasendem Tempo mindestens 20 Stiche und Schnitte zu. "Das Vorgehen des Angeklagten war brandgefährlich", erklärte der Staatsanwalt. Das Herz des Opfers sei nur knapp verfehlt worden. "Er hat gezielt eine Situation gewählt, in der es den größtmöglichen Überraschungseffekt gab."

Sohn bei Tat im Nebenzimmer

Der damals siebenjährige Sohn der Frau musste den Messerangriff zwar nicht mitansehen, konnte den Tumult in seinem Kinderzimmer jedoch hören - und sah seine Mutter schließlich blutüberströmt. Die Frau und
der Kleine leiden bis heute sehr unter den Folgen der Tat, beide werden psychotherapeutisch behandelt. Die Nebenklage, das Opfer tritt vor Gericht als Nebenklägerin auf, schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Seine Mandantin hoffe, dass ihr Sohn so stark und so alt wie möglich sei, wenn der Angeklagte aus dem Gefängnis entlassen werde, erklärte der Anwalt.

Kein spontaner Angriff

Der Staatsanwalt betonte, es sei keine spontane Messerattacke gewesen. "Die Trennung lag schon einige Wochen zurück." Die Verteidigerin dagegen hält den Angriff auf die Frau für eine Tat im Affekt: "Er hatte keinen Tatentschluss, als er zu ihr fuhr." Sie beschrieb den 34-Jährigen als unsichere, zur Depression neigende Persönlichkeit. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte erklärt, der Angeklagte sei voll schuldfähig. 

Versuchter Suizid

Nach dem Messerangriff war der 34-Jährige nach eigenen Angaben mit einem Taxi nach Hause gefahren. Dort versuchte er, sich mit einem Sprung vom Balkon das Leben zu nehmen. In seinem "letzten Wort" vor Gericht sagte der Mann am Freitag, er habe nicht vor, noch einmal Kontakt mit seiner Ex-Freundin und deren Sohn aufzunehmen. "Ich werde versuchen, mein Leben auf die Reihe zu kriegen."

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Ein 27-Jährige wurde mit 20 Messerstichen Anfang des Jahres von ihrem Ex-Freund beinahe getötet. Vor Gericht gest ...

(dpa/san)

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