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Radio Hamburg

Fall von Yagmur

Zeugen erzählen von Affären der Mutter

Hamburg, 21.08.2014
RHH - Expired Image

Der Vater soll laut Zeugenaussagen ratlos gewirkt haben, als er von den vermuteten Schlägen erzählt hat.

Am Donnerstag haben Zeugen aus dem Umfeld des Vaters über die Familienzustände gesprochen und von Männergeschichten und Ohrfeigen erzählt.

Bereits vor dem gewaltsamen Tod der kleinen Yagmur aus Hamburg soll ihr Vater mehreren Bekannten erzählt haben, dass seine Frau das Mädchen schlage. Am Donnerstag (21.08.) erklärte ein 26 Jahre alter Zeuge vor dem Landgericht, der Angeklagte habe gesagt: "Meine Frau schlägt mein Kind, ich weiß nicht, was ich machen soll."

Yagmurs Vater wirkte ratlos

Er habe das aber nicht ernst genommen, "deshalb wollte ich ihm auch nicht richtig zuhören": "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so schlimm ist." Ein weiterer Zeuge berichtete, Yagmurs Vater habe ratlos auf ihn gewirkt. "Er hatte Angst, dass das Jugendamt ihm das Kind wegnehmen würde", sagte der 25-Jährige.
Weiter wird erzählt, dass der Vater oft von blauen Flecken am Arm und einer schweren Kopfverletzung bei Yagmur berichtet hat, sich aber zunächst nicht sicher war, ob seine Frau das Kind schlägt.

Mutter flirtete mit anderen Männern

Zudem wollte sich der Vater von Yagmurs Mutter scheiden lassen wollen, weil er "keine Lust mehr auf sie" hatte. Die 27-Jährige habe viel mit anderen Männern geflirtet, erklärte der 26-jährige Zeuge – auch wenn ihr Partner dabei war. "Sie war kein gutes Mädchen. Sie war kein guter Umgang für ihn."  Der Zeuge selbst habe auch eine Affäre mit ihr gehabt. In den Anfängen der Beziehung zwischen den beiden Angeklagten – vor etwa vier oder fünf Jahren – habe er zweimal gesehen, dass sein Bekannter der Frau eine Ohrfeige gegeben habe: "Er hat ihr eine geknallt. Es war eine normale Backpfeife." Der Angeklagte habe sich darüber geärgert, dass die Frau mit anderen herumgeflirtet habe.

Nach dem Tod von Yagmur hatten sich mehrere Leute – darunter die beiden Zeugen – mit dem Verteidiger des Angeklagten getroffen. Sie hätten dort alle erzählt, was sie von ihrem Vater wüssten, sagte der 26-Jährige.
Am Nachmittag wollte das Gericht einen weiteren Bekannten des Angeklagten als Zeugen befragen, ebenso wie einen Polizeibeamten, der die Handy-Daten des Vaters ausgewertet hat.

Das Ergebnis der Handy-Daten-Auswertung

Die angeklagte Mutter der getöteten Yagmur aus Hamburg hat in einer WhatsApp-Nachricht an ihren Ehemann eingeräumt, dass sie das kleine Mädchen geschlagen hat. Ihr Partner habe geschrieben, dass sie sich wegen ihrer Gewalttätigkeit von einem Therapeuten helfen lassen müsse, sagte ein Kriminalbeamter am Donnerstag vor dem Landgericht - sonst werde er sich an Polizei oder Jugendamt wenden. "Sag denen nicht, dass ich mein Kind schlage", habe die Mutter geantwortet. Noch auf dem Weg zur Polizeiwache, direkt nach dem gewaltsamen Tod des Mädchens, habe sie den Chatverlauf komplett gelöscht.

(dpa/pgo)

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