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Radio Hamburg

Übergriffe bei HSV-Spiel

Polizist zu sechs Monaten Bewährung verurteilt

Hamburg, 04.08.2014
HSV, Flagge

Nach Ausschreitungen bei einem HSV-Spiel wurde am Montag (04.08) ein Polizist zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Beim Spiel HSV - Eintracht Braunschweig gab ein Polizist einem Fan eine Kopfnuss mit und wurde deshalb nun wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt hat das Amtsgericht Hamburg-Altona am Montag (04.08) einen Polizisten zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 32 Jahre alte Beamte einem Fußballfan mit seinem Helm einen Kopfstoß versetzt und dabei verletzt hatte.

Auseinandersetzung zwischen Fans und Polizisten

Gegen Ende der Bundesligapartie zwischen dem HSV und Eintracht Braunschweig im August 2013 (4:0) war es im Gästeblock der Imtech-Arena zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnern gekommen. Daraufhin rückten die Polizisten in den Block. Er habe sich von dem Opfer angegriffen gefühlt, erklärte der Polizist vor Gericht. Der Mann habe trotz Aufforderung den Block nicht verlassen und an seiner Jacke gezogen. Daraufhin habe er sich entschieden, ihm mit seinem Helm einen Kopfstoß zu versetzen. "Dass die Person dadurch auch verletzt wird, war mir schon bewusst", sagte der Polizist. Der Fan fiel zu Boden und blieb kurze Zeit bewusstlos liegen.

Opfer ohne Grund angegriffen?

Die Szene wurde auch von der Videoüberwachung in der Imtech-Arena aufgezeichnet und am Montag im Gericht gezeigt. Darauf sei nicht zu sehen, dass das Opfer den Polizisten "irgendwie berührt hat", erklärte der Richter. "Sie sind über das erforderliche Maß herausgegangen." Es handele sich jedoch um einen minderschweren Fall. Auch der Polizist räumte vor Gericht ein: "Das Video spricht eine eindeutige Sprache. Ich muss zu dem Entschluss kommen, es hat nicht
stattgefunden."

Entschuldigung vor Gericht

Diese Erklärung deutete der Richter jedoch nicht als Geständnis. Strafmildernd seien aber die Umstände, die bei Einsätzen im Fußballstadion herrschten. Zugleich machte der Richter die besondere Position des Angeklagten deutlich: Als Amtsträger sei er für solche Situationen ausgebildet. "Sie sind Polizeibeamter, sie sollen schützen." Für den Beamten hat die Körperverletzung auch dienstliche Konsequenzen. So wurde er bereits in eine andere Einheit versetzt. Vor Gericht entschuldigte sich der Polizist bei seinem Opfer: "Es tut mir unendlich leid." Zudem bot er die Zahlung eines Schmerzensgeldes an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(dpa/san)

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