Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Fall Yagmur

Welche Fehler machten die Behörden?

Hamburg, 18.12.2014
RHH - Expired Image

Wer hat im Fall der zu Tode misshandelten Yagmur aus Hamburg versagt ?

Von Geburt an stand Yagmur unter Aufsicht der Jugendämter. Dennoch wurde das Kind von seiner Mutter zu Tode misshandelt. Was lief schief bei den Behörden?

Genau ein Jahr nach dem Tod der dreijährigen Yagmur in Hamburg-Billstedt will der Parlamentarische Untersuchungsausschuss am Donnerstag (18.12.) seinen Abschlussbericht zu dem Fall vorlegen. Darin sollen die Fehler der Behörden im Umgang mit dem Kind dargestellt werden. Yagmur stand von Geburt an unter der Aufsicht der Jugendämter. Dennoch wurde das Kind von seiner Mutter über viele Monate so schwer misshandelt, dass es
schließlich starb. Der Untersuchungsausschuss hatte seit März viele Experten und Zeugen angehört. Über die Konsequenzen der Ermittlungen sind sich die Fraktionen uneins. Neben der CDU haben auch Grüne, Linke und FDP ein Minderheitenvotum angekündigt. Die Linke will ihren Minderheitenbericht am Freitag (19.12.) zudem vorstellen.

Personalmangel beim Allgemeinen Sozialen Dienst

Einer der Hauptstreitpunkte zwischen SPD und Opposition ist die Bewertung des Personalmangels beim Allgemeinen Sozialen Dienst. Die Opposition ist der Ansicht, dass die Personalnot zum Tod des Mädchens beitrug. Ein Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes hatte seine Abteilung vor dem Untersuchungsausschuss als "im Grunde nicht arbeitsfähig" bezeichnet. Die Fluktuation sei enorm, die Belastung zu hoch und der Kontakt zu den Kindern zu gering. Brisanz erhält diese Frage auch, weil nur wenige Wochen vor dem Tod von Yagmur ein anderer Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Tod der elfjährigen Chantal seinen Bericht vorgelegt hatte. Darin war bereits die Personalnot beim Allgemeinen Sozialen Dienst beschrieben worden. Chantal hatte unter der Aufsicht des Jugendamts bei drogensüchtigen Pflegeeltern in Hamburg-Wilhelmsburg gelebt. Im Januar 2012 war die Elfjährige an einer Überdosis der Heroin-Ersatzdroge Methadon gestorben.

Juristischer Abschluss

Juristisch ist der Fall Yagmur bereits weitgehend aufgearbeitet. Das Landgericht Hamburg hatte Yagmurs Mutter Ende November wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt, wobei das Urteil jedoch noch nicht rechtskräftig ist. Der Vater des Mädchens muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er sein Kind nicht schützte. In Chantals Fall müssen sich die drogenabhängigen Pflegeeltern derzeit wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vor dem Landgericht Hamburg verantworten. (dpa)

comments powered by Disqus