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Radio Hamburg

Rote Flora

Besetzer äußern sich auf Pressekonferenz

Hamburg, 16.01.2014
Rote Flora

Die Besetzer der "Roten Flora" wollen sich auf einer Pressekonferenz äußern.

Nach den hitzigen Auseinandersetzungen um die jüngsten Krawalle und die Rolle der "Roten Flora" gehen die Besetzer jetzt in die Offensive.

Nach den Krawallen der vergangenen Wochen und den jüngsten Auseinandersetzungen um einen Verkauf des linksautonomen Kulturzentrums "Rote Flora" melden sich nun die Besetzer des ehemaligen Theaters selbst zu Wort. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (16.01.) wollen sie Stellung nehmen zu den schweren Ausschreitungen bei und nach der jüngsten Demonstration zum Erhalt der "Roten Flora" am 21. Dezember. Zudem soll es um die nach Angriffen auf Polizisten und Wachen erlassenen - und inzwischen wieder aufgehobenen - Gefahrengebiete sowie "politische Protestperspektiven" gehen.

Ebenfalls am Donnerstag will die Linke in der Bürgerschaft ihren Antrag für ein generelles Verbot von Gefahrengebieten vorstellen. Einen ähnlichen Plan hatten zuvor bereits die Grünen vorgelegt.

Streit um Verkauf nimmt an Schärfe zu 

Zuletzt hatte der Streit zwischen der Stadt Hamburg und dem Eigentümer der "Roten Flora", Klausmartin Kretschmer, an Schärfe zugenommen. Nachdem der SPD-Senat Kretschmer mit einem Zwangsverkauf des alten Theaters im Schanzenviertel an die Stadt gedroht hat, sprach dieser von einem Erpressungsversuch. Dessen Immobilienberater Gert Baer betonte: "Herr Kretschmer wird sich nicht nötigen lassen und auf solch einen Erpressungsversuch nicht eingehen." Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) hatte angekündigt, dass die Stadt von ihrem Wiederkaufsrecht Gebrauch machen werde, sollte Kretschmer seine Bauvoranfragen für das Gebäude nicht bis Anfang Februar zurücknehmen. Laut Baer existiert das angeführte
Wiederkaufsrecht der Stadt jedoch gar nicht mehr. Es sei nach Ablauf der ersten zehn Jahre Duldung vertragsgemäß wieder im Grundbuch gelöscht worden. "Die Drohungen und Versuche (...), den Eigentümer Klausmartin Kretschmer auszutricksen, gehen also ins Leere."

Kretschmer lehnt Angebot ab

Die Stadt hat Kretschmer nach eigenen Angaben vor Monaten 1,1 Millionen Euro für den Rückkauf der "Roten Flora" angeboten, die dieser 2001 von der Stadt für umgerechnet rund 190.000 Euro erstandenen hat. Das lehnt Kretschmer jedoch ab. Zuletzt hatte er stattdessen die linke Szene durch Räumungsdrohungen und Umbaupläne für das seit mehr als 20 Jahren besetzte Gebäude in Aufruhr versetzt. Aus Sicht des Verfassungsschutzes war Kretschmer damit zumindest mobilisierungsfördernd für die Demonstration zum Erhalt der Flora am 21. Dezember, bei der es zu schweren Krawallen mit zahlreichen Verletzten gekommen war. Tschentscher sagte, es sei nicht zu verantworten, dass ein Privatmann aus Verwertungsinteressen Aufruhr und Unmut in die Stadt trage.

Lest auch: Rote Flora: SPD-Senat will Wiederkaufsrecht durchsetzen

Hamburgs SPD-Senat hat dem Eigentümer des Kulturzentrums "Rote Flora", Klausmartin Kretschmer, mit eine ...

(lhö/dpa)

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