Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Geständnis vor Gericht

20 Messerstiche auf Ex-Freundin

Hamburg, 24.07.2014
Gericht, Justiz, Gerechtigkeit

Vor Gericht gesteht der 34-jährige Angeklagte die Messerattacke auf seine Ex-Freundin.

Ein 27-Jährige wurde mit 20 Messerstichen Anfang des Jahres von ihrem Ex-Freund beinahe getötet. Vor Gericht gestand der Angeklagte nun.

20 Messerstiche hätten sie beinahe getötet. Eine 27-Jährige hat unter Tränen vor dem Hamburger Landgericht geschildert, wie ihr Ex-Freund sie aus enttäuschter Liebe mit den zahlreichen Messerstichen beinahe umgebracht hat. "Ich hab nur dieses Messer gesehen, wie es die ganze Zeit auf mich zukam", sagt die Frau am Donnerstag (24.7.) als Zeugin. "Ich hab auf die Wand geguckt, wie das Blut gespritzt hat."

Angeklagter wollte sich das Leben nehmen

Bei Prozessauftakt hat der 34-jährige Angeklagte gestanden, der Frau mindestens 20 wuchtige Stiche versetzt zu haben. An die Bluttat selbst hat er nach eigenen Angaben allerdings keine konkrete Erinnerung. Nach dem Messerangriff sei er mit einem Taxi nach Hause gefahren und habe versucht, sich mit einem Sprung vom Balkon das Leben zu nehmen. Der Mann steht wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Während der Aussage des Opfers vor Gericht machte sich der Angeklagte unentwegt Notizen – und schüttelte immer wieder den Kopf.

Keine Gewalttaten, aber Streit

Gewalttätigkeiten habe es vor der Bluttat in der Beziehung nicht gegeben, jedoch sei es immer wieder zu Streit gekommen, insbesondere wegen der Arbeitslosigkeit des Angeklagten. Sie selbst arbeitete als Abteilungsleiterin in einem Supermarkt. Mit ihrem Sohn habe sich ihr Ex-Freund toll verstanden, der den 34-Jährigen als "besten Freund" nannte, wie das 27-jährige Opfer vor Gericht aussagt. Gut einen Monat vor der Tat hätten sie sich endgültig getrennt und beschlossen, Freunde zu bleiben.

Daueranrufe und Überraschungsbesuche

Nach der Trennung habe er sie dann ständig angerufen, die Gespräche dauerten täglich eine bis anderthalb Stunden. Er habe partout nicht verstehen wollen, dass sie nicht 24 Stunden am Tag für ihn da sein könne. Er sei auch mehrmals überraschend in ihrer Wohnung aufgetaucht, weil er noch einen Schlüssel hatte – den er ihr nicht zurückgeben wollte. Einen Tag vor Heiligabend 2013 habe sie schließlich den Schlüsseldienst gerufen.

Sohn musste Tat mit anhören

Als die 27-Jährige am Tag der Tat ihren Sohn zur Schule bringen wollte, habe der Angeklagte ihr vor der Wohnungstür aufgelauert und sie auf Knien angefleht, ihm eine zweite Chance zu geben – vergeblich. Als der Mann in der Wohnung auf sie zugeht habe sie gespürt "wie ich sterbe, wie das Blut aus mir rauskommt" und nach Hilfe gerufen. Ihr Sohn habe nebenan im Kinderzimmer geweint und geschrien. Danach soll der Junge seine Mutter blutüberströmt gesehen haben.

Psychische und Physische Folgen

Durch eine Notoperation konnte das Leben der 27-Jährigen gerettet werden. Die Frau hat Narben im Gesicht und am Körper, eine Hand ist teilweise taub, wegen Schmerzen in der Schulter kann sie ihr Kind nicht mehr hochnehmen. Zudem habe sie Angst, dass der 34-Jährige die Tat wiederholen würde. Der Sohn habe ständig Albträume und wollte unbedingt in eine andere Wohnung umziehen. Das Opfer und der Junge werden beide psychotherapeutisch behandelt.

Entschuldigung in Brief

In einem Brief entschuldigt sich der Angeklagte bei dem Opfer: "Bitte, bitte verzeih mir, da ich an Dir und Luis hänge und Euch einfach superlieb hab". "Ihr fehlt mir so!" heißt es weiter, der kleine sei für ihn "wie eine eigener Sohn" gewesen. "Ich bereue, dass ich Dich angegriffen habe. Ich wollte mich selbst richten."
Der Prozess wird Mitte August fortgesetzt.

(dpa/pgo)

comments powered by Disqus