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Radio Hamburg

Harburg

Flüchtlingsunterkunft platzt aus allen Nähten

Hamburg, 18.07.2014
Zentrale Anlaufstelle, Flüchtlinge, Harburg, Altes Postamt, Harburger Bahnhof

Die Zentrale Erste Anlaufstelle in Harburg ist voll, weshalb die Stadt nun nach Alternativen sucht.

Die erst im Juni 2014 eingerichtete Zentrale Erstaufnahme für Flüchtlinge in der ehemaligen Post am Harburger Bahnhof ist bereits überfüllt.

Etwa 60 bis 80 Flüchtlinge kommen pro Tag an die Aufnahmestelle in Harburg, sodass das Gebäude der Alten Post am Harburger Bahnhof inzwischen an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen ist. Von "einer dramatischen Situation" spricht man bereits in der Verwaltung, sodass die Behörde für Inneres und Sport das Problem nun mit unkonventionellen Methoden lösen will. 

Zeltstadt für Flüchtlingsheim

Auf dem Neuländer Platz vor der Alten Post plant die Stadt, zusätzlich drei Zelte für 50 bis 80 Menschen aufzustellen. Gerade Flüchtlinge, die nachts ankommen und bisher vor dem Eingang Schlange stehen mussten, um Asyl zu erhalten, sollen dort vorübergehend Platz finden. Die Bezirksverwaltung hat gegen diesen Plan aber laut "Abendblatt" erhebliche Bedenken: Der Platz sei laut und stark frequentiert. Stattdessen würde man die Zeltstadt auf der Fläche zwischen Großmoordamm, Umgehungsstraße und dem alten Postgebäude vorschlagen. In der Erstaufnahme in Harburg gibt es laut dem Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter, bisher eine Kapazität von 230 Menschen. In ganz Hamburg liegt diese bei 1.700 bis 1.800 Plätzen, die normalerweise ausreichen würden. Da jedoch immer mehr Asylsuchende nach Hamburg ziehen verschärft sich die Situation beinahe täglich. So kamen im vergangenen Jahr 3619 Flüchtlinge nach Hamburg, was etwa doppelt so viele sind wie 2012. Für 2014 werden etwa 30 Prozent mehr Flüchtlinge erwartet.

Flüchtlinge in Hotels

Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) ist bereits einen Schritt weiter und kündigte im "Abendblatt" an, dass man ab nächster Woche 160 zusätzliche Flüchtlingsplätze in einem Hotel in Hammerbrook zur Verfügung stellen werde. Sollte sowohl die Zeltstadt als auch die Unterbringung in Hotels nicht ausreichen, könnte man auch zu weiteren Maßnahmen greifen. Möglich sei beispielsweise die Nutzung von Wohn- oder Kreuzfahrtschiffen.

Fehlende Folgeunterkünfte

Zusätzlich verschärft wird die angespannte Flüchtlingssituation dadurch, dass viele Flüchtlinge das Flüchtlingsheim nicht wie geplant nach drei Monaten verlassen, sondern dort länger bleiben müssen. Üblicherweise sollen die Flüchtlinge nach der Dreimonatsfrist  in Folgeunterkünften untergebracht werden, woran es momentan allerdings fehlt. Bis zu 700 Personen warten derzeit auf einen Platz in einer derartigen Unterkunft. Die Behörde für Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration versucht seit Monaten die dafür notwendigen Plätze in Hamburg zu schaffen. "Die Prüfung von Flächen dauert mindestens sechs Monate. Die Entscheidung zur Nutzung einer Fläche trifft eine Lenkungsgruppe, an der neben der Sozial- und der Innenbehörde auch die Bezirke und andere mit dem Flächenmanagement befassten Behörden und Stellen teilnehmen," erklärte ein Sprecher der Behörde die Verzögerungen im "Abendblatt". Für eine schnelle Lösung des Problems macht der Sprecher ebenfalls wenig Hoffnung: "Die Inbetriebnahme eines neuen Standortes ist mit hohem Aufwand, Unwägbarkeiten und langen Vorlaufzeiten verbunden, weshalb die gegenwärtige Überbelegung in der Ersten Anlaufstellen nicht über Nacht abgebaut werden kann."

(san)

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