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Radio Hamburg

Fall Yagmur

Katastrophale Zustände beim ASD

Hamburg, 04.06.2014
RHH - Expired Image

Die Eltern von Yagmur müssen sich ab dem 11. Juni vor Gericht verantworten.

Bei der Befragung einer Führungskraft wurde deutlich, welch katastrophale Zustände im Allgemeinen Sozialen Dienst herrschen.

Der als Zeuge im Untersuchungsausschuss zum Tod der kleinen Yagmur geladene Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) im Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel hat katastrophale Zustände bei der Betreuung offenbart. "Bei uns in der Region ist der ASD im Grunde nicht arbeitsfähig", räumte er ein. Die Fluktuation innerhalb des ASD sei enorm, die Belastung zu hoch und der Kontakt zu den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen viel zu gering. "Da muss es einen radikalen Kurswechsel geben", forderte er. Auch das umstrittene Computerprogramm Jus-IT, mit der Jugendhilfe, Sozialhilfe und Wohngeld neu organisiert werden, kritisierte er als zu Zeitaufwendig: "Meiner Einschätzung nach ist das unter den aktuellen Bedingungen im ASD der Supergau."

Prozessbeginn am 11. Juni

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss versucht seit März, Licht in die Umstände von Yagmurs Tod zu bringen. Das Gremium hat bereits unter anderem ASD-Mitarbeiterinnen, Gericht und Staatsanwaltschaft als Zeugen gehört. Yagmur war seit ihrer Geburt von Jugendämtern betreut worden. Dennoch starb sie Ende 2013 im Alter von drei Jahren an den Folgen eines Leberrisses. Einigen ASD-Mitarbeiterinnen werden deshalb Versäumnisse vorgeworfen. Yagmurs Eltern müssen sich wegen des Todes ihrer Tochter vom 11. Juni an vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Laut Anklage wird der Mutter Mord, dem Vater Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen vorgeworfen.

Aussagen verweigert

Konkrete Hinweise zum Tod Yagmurs brachte die Zeugenbefragung am Dienstag (03.06.) in öffentlicher Sitzung nicht. Der ASD-Leiter im Bezirksamt Eimsbüttel verwies auf den Sozialdatenschutz, nach dem er zum Fall Yagmur nichts sagen dürfe. Sein Kollege vom Bezirksamt Mitte verweigerte die Aussage gleich vollständig. Dessen Anwalt verwies wegen der Gefahr, sich selbst zu belasten, auf das Aussageverweigerungsrecht. "Als ASD-Leiter war er in den Fall eingebunden und auch an Entscheidungen beteiligt", sagte der Anwalt.
Da er auch für den Organisationsablauf verantwortlich sei, verweigerte er auf Anraten seines Anwalts auch die Beantwortung allgemeiner Fragen. (dpa/apr)

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