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Radio Hamburg

Fall Yagmur

Prozess gegen Yagmurs Eltern eröffnet

Hamburg, 11.06.2014
RHH - Expired Image

Die Eltern von Yagmur (l. und r, in der Mitte die Anwälte) stehen nun vor Gericht.

Vor einem halben Jahr starb die kleine Yagmur an schweren Misshandlungen. Nun müssen sich die Eltern vor Gericht verantworten.

Nach dem gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur hat am Mittwoch (11.06) vor dem Hamburger Landgericht der Prozess gegen die Eltern des Mädchens begonnen.

"Kind musste ständig mit neuen Angriffen rechnen"

Die Staatsanwaltschaft wirft der 27 Jahre alten Mutter Mord vor, dem zwei Jahre jüngeren Vater Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen. Die Angeklagte habe einen Menschen grausam getötet, sagte Oberstaatsanwalt Michael Abel. Über Monate habe die 27-Jährige ihre Tochter immer wieder geschlagen, getreten und gekniffen. "Das Kind musste ständig mit neuen Angriffen rechnen." Die Eltern der dreijährigen Yagmur aus Hamburg-Billstedt wollen vor Gericht zunächst schweigen. Das erklärten die Verteidiger.

Oft sei der Vater bei den Prügelattacken anwesend gewesen oder habe bei seinem Kind Verletzungen bemerkt, schilderte Abel. "Er sah häufig Hämatome und Kratzer und wusste, dass diese Verletzungen durch die Mutter verursacht wurden." Der 25-Jährige habe seine Tochter aber nicht geschützt und weder Polizei noch Jugendamt verständigt. 

Yagmurs Leiche war am 18. Dezember 2013 in der Wohnung ihrer Eltern in Hamburg-Billstedt gefunden worden. Das Kind starb nach einem Leberriss an inneren Blutungen. Der kleine Körper war von blauen Flecken und Quetschungen übersät.

Ermittlungen gegen Jugendamtsmitarbeiter

Derzeit versucht ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft, Fehler der Behörden in dem Fall aufzuklären. Deutlich wurde bei den Befragungen bereits, dass viele Chancen, das Mädchen noch zu retten, verpasst wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Mitarbeiter von Hamburger Jugendämtern.

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20 Verhandlungstage angesetzt

Für den Prozess gegen Yagmurs Eltern hat das Landgericht Hamburg bis September mehr als 20 Verhandlungstage anberaumt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin werden als Zeugen Verwandte, Polizisten, Rechtsmediziner, Jugendamtsmitarbeiter und die Pflegemutter erwartet. Am ersten Verhandlungstag wurde nur die Anklage verlesen.

(dpa/mgä)

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