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Radio Hamburg

Jagd nach Steuersündern

Zöllner finden Tonnen von Steuerunterlagen

Hamburg, 21.06.2014
Hapag Lloyd

Im Hamburger Hafen haben Zöllner brisante Steuerunterlagen gefunden.

Zollfahnder haben im Hamburger Hafen kistenweise Konto-Unterlagen sichergestellt. Möglicherweise können damit Steuersünder geschnappt werden.

Auf den ersten Blick wirken die Kartons, die die Zöllner im Hamburger Hafen entdeckt haben, ziemlich unscheinbar, dem Hamburger Zoll könnte damit allerdings ein sehr dicker Fisch ins Netz gegangen sein, der dem deutschen Fiskus Millionen von entgangenen Steuergeldern bescheren könnte.

Unterlagen zu Offshore-Konten

Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen die Zollfahnder Ende Mai zwei Container mit Unterlagen über sogenannte Offshore-Konten beschlagnahmt haben. Gemeint sind Konten, die im Ausland, zumeist in Steueroasen, eröffnet werden um Geld am deutschen Fiskus vorbeizuschleusen. In mehr als 1000 Kartons hätten sich offenbar auch Kontodaten mutmaßlicher deutscher Steuerhinterzieher befunden, schreibt die "Welt am Sonntag". Wie das Magazin "Focus" berichtet, entdeckten die Zöllner bei grober Durchsicht des Materials auch diverse Unterlagen der saudi-arabischen Familie des getöteten Terroristenführers Osama bin Laden.

Aus der Karibik nach Hamburg

Vermutlich seien die Papiere aus karibischen Steuerparadiesen zufällig in Hamburg gelandet. "Normalerweise wandern solche Unterlagen in den Reißwolf", zitiert der "Focus" einen Finanzbeamten. Zumindest ein Teil der Fracht komme aus der Niederlassung der Schweizer Privatbank Coutts auf den Cayman Islands in der Karibik und sollte von Hamburg nach Genf transportiert werden. Die Bank bestätigte den Vorgang laut "Welt am Sonntag". Im Zuge einer Neuordnung "findet derzeit ein Umzug von Unterlagen von den Cayman Islands in unser bestehendes Dateneinlagerungszentrum statt", sagte eine Sprecherin dem Blatt. Es gebe aber "unseres Wissens keine Ermittlungen gegen die Trust Company."

Staatsanwaltschaft prüft Material

Die Staatsanwaltschaft hat nun die Prüfung der brisanten Unterlagen auf der Suche nach Steuersündern übernommen. Das Bundesfinanzministerium wollte sich jedoch nicht näher äußern, erklärte der "Welt am Sonntag" aber: "Der Vorgang befindet sich in einem engen Zusammenhang mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren, das durch die Dienststellen der Steuerfahndung des Landes NRW im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geführt wird." Die dortigen Ermittler sind nach dem Ankauf einer weiteren Steuer-CD im vergangenen Jahr durch das Land Nordrhein-Westfalen Berichten zufolge ohnehin mit den Ermittlungen gegen mehr als tausend deutsche Kunden der Privatbank Coutts beschäftigt. 

(dpa/san)

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