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Radio Hamburg

Yagmur-Prozess

Anschuldigungen und Tränen am dritten Prozesstag

Hamburg, 18.06.2014
RHH - Expired Image

Am dritten Verhandlungstag zum Tode der kleinen Yagmur vor dem Hamburger Landgericht wurden am Mittwoch (18.06) die Vernehmungsprotokolle verlesen.

Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den Tod der 3-jährigen Yagmur wurden am Mittwoch (18.06) die Vernehmungsprotokolle verlesen.

Immer furchtbarere Details kommen im Prozess um die den Tod der kleinen Yagmur ans Licht und immer offensichtlicher wird auch, dass einer der beiden Beschuldigten lügen muss. Während die Hamburger Staatsanwaltschaft davon überzeugt ist, dass die Mutter Melek Y. das Mädchen ermordet hat, gibt diese dem Vater Hüsein Y. die Schuld. Als am dritten Verhandlungstag (18.06) die Vernehmungsprotokolle und Briefe der Eltern verlesen wurden, überschlugen sich die Ereignisse.

Weinkrampf und Wut vor Gericht

Vor Gericht zeigten die beschuldigten Eltern aus Hamburg-Billstedt erstmals Gefühle vor Gericht und waren aufgrund von heftigen, gegenseitigen Anschuldigung sichtlich angeschlagen und aufgewühlt. Da die 27-jährige Mutter vor dem Richter im Hamburger Landgericht einen Weinkrampf erlitt, musste die Verhandlung sogar für kurze Zeit unterbrochen werden. Währenddessen konnte der Vater seinen Ärger über die Aussagen seiner Ehefrau nur mühsamen unterdrücken und rief mehrfach laut in die laufende Verhandlung. Zum ersten Mal schilderten beide ihre Version des Zusammenlebens und dem Tod ihres Kindes. Bislang schwiegen die beiden eisern vor Gericht.

Wer lügt?

Melek Y. beteuert ihre Tochter nie geschlagen zu haben und zeichnet gleichzeitig ein grausames Bild von ihrem Ehemann: "Er schlug mich, schubste mich gegen die Wand, wenn er getrunken hatte. Er hat auch meine Tochter geschlagen." Ihr Mann
habe nie ein Kind gewollt, zweimal habe sie deshalb abgetrieben. Als sie 2010 mit Yagmur schwanger war, habe sie das lange verheimlicht. Als ihr Mann davon erfuhr, habe er ihr in den Bauch getreten, gefesselt und versucht sie zu erwürgen. Er habe die Tochter immer wieder misshandelt und sie sogar einen Tag vor ihrem Tod schwer geschlagen. Aus Angst vor ihm habe sie die Blutergüsse mit Schminke überdeckt, damit niemand etwas merkte. Hüsein Y. dagegen erklärte durch lautstarke Zwischenrufe, dass seine Frau psychisch krank sein und immer wieder ihm gegenüber aggressiv gewesen sei und ihn sogar mit einem Messer bedroht habe. Prügelattacken gegen die gemeinsame Tochter habe er nie selbst gesehen. Es seien ihm jedoch ab und zu Kratzer und Beulen an dem Kind aufgefallen. "Meine Frau hatte immer eine Erklärung dafür, ich habe ihr geglaubt", betonte er. Wiederholt erklärte der Vater, dass er sein Kind niemals selbst geschlagen hätte.

Mord und unterlassene Hilfeleistung

Das Gericht wirft Melek Y. vor ihr Kind aus Hass ermordet zu haben, während Hüsein Y. das Ganze mit angesehen haben soll. Ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen vorgeworfen. Der Vater war kurz nach der Tat noch als Hauptverdächtiger geführt worden, Zeugenaussagen und Handynachrichten änderten jedoch die Meinung der Anklagebehörde. Nach neusten Ermittlungen soll die Mutter das Kind immer wieder misshandelt haben. Am 18. Dezember 2013 war die dreijährige Yagmur in der Wohnung der Familie zusammengebrochen und an inneren Blutungen infolge eines Leberrisses gestorben. Sie lebte erst seit wenigen Monaten bei ihren Eltern, zuvor war sie bei einer Pflegemutter und in einem Kinderschutzhaus untergebracht. Am Freitag (20.06) wird der Prozess vor dem Landgericht Hamburg fortgesetzt.

Untersuchungsausschuss ermittelt

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft soll momentan aufklären, wie es passieren konnte, dass das Jugendamt den Eltern ihre Tochter zurückgab, obwohl schon damals Misshandlungsvorwürfe bekannt waren. 

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(dpa/san)

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