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Radio Hamburg

Yagmur-Prozess

Blutspuren in Wohnung - Polizist berichtet von Tatort

Hamburg, 16.06.2014
RHH - Expired Image

Die Eltern der kleinen Yagmur stehen in Hamburg vor Gericht.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod der kleinen Yagmur aus Hamburg-Billstedt hat ein Polizist Eindrücke vom Tatort geschildert. 

Als die Ermittler Yagmurs Leiche fanden, sprach die Mutter von einem Unfall. Doch schon die erste Begutachtung gab Hinweise auf ein Gewaltverbrechen, berichtete ein Polizist im Prozess gegen die Eltern. Am Körper fanden sich Blutergüsse - überdeckt mit Schminke.

Hämatome mit Puder überdeckt

Bei seinem Eintreffen habe die Dreijährige im Wohnzimmer tot auf dem Rücken gelegen, sagte der 48-Jährige am Montag (16.06) vor dem Landgericht Hamburg. "Es war gleich klar, dass das kein normaler Sterbefall war." Hämatome seien mit bräunlichem Puder überdeckt gewesen. Am Kopf des Mädchens entdeckten die Ermittler eine große Schwellung. In der Wohnung der Familie fanden sie zudem an mehreren Orten Blutspuren des Kindes.

Yagmurs Mutter teilnahmslos

Yagmur war am 18. Dezember 2013 nach einem Leberriss an inneren Blutungen gestorben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 27 Jahre alten Mutter Mord vor, ihrem Mann Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen. Beide sitzen seit dem Verbrechen in Untersuchungshaft. Während der Kriminalbeamte und die Juristen am zweiten Prozesstag zahlreiche Fotos und Skizzen der Wohnung gemeinsam betrachteten, starrte der 25 Jahre alte Vater vor sich hin. Seine Ehefrau wirkte teilnahmslos.

Abdeckstift im Kinderzimmer

"Die Wohnung war unordentlich, schmuddelig, aber noch nicht verwahrlost", berichtete der Zeuge. Laut seiner Aussage war keines der Betten bezogen, im Schlafzimmer fanden sich Essenreste und auf dem Waschbecken im Badezimmer eine Zigarette. Im Kinderzimmer stand ein Abdeckstift. "Das ist ungewöhnlich", sagte der Polizist. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, Spuren monatelanger Misshandlungen an ihrer Tochter mit Schminke verdeckt zu haben. 

Sms erhärteten Verdacht gegen Yagmurs Mutter

Die Handys der Eltern wurden sichergestellt. Die Mutter habe auf dem Weg zur Polizei zwischen den Eheleuten ausgetauschte Nachrichten gelöscht, erklärte der Beamte. Doch auf dem Smartphone des Vaters habe man noch zahlreiche finden können. Die Auswertung der Handy-Daten hatte laut Staatsanwaltschaft den Verdacht gegen die Mutter erhärtet.

Yagmurs Eltern schweigen

Die Angeklagten wollen im Prozess erst einmal schweigen. Bei früheren Befragungen hatten sich beide für unschuldig erklärt. Die 27-Jährige erzählte den Ermittlern unterschiedliche Versionen: Mal sprach sie von einem Unfall, dann beschuldigte sie ihren Mann. 

Lest auch: Yagmurs Eltern vor Gericht: Mutter tötete "aus Hass auf ihre Tochter"

Schläge, Tritte, Kratzer - nach Überzeugung der Hamburger Staatsanwaltschaft misshandelte die Mutter der kle ...

Fehler der Behörden

Das Jugendamt hatte Yagmur erst vier Monate vor ihrem Tod an ihre leiblichen Eltern zurückgegeben. Davor hatte das Mädchen bei einer Pflegemutter und in einem Kinderschutzhaus gelebt. Ein  Parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft klärt derzeit, welche Fehler die Behörden in diesem Fall machten. Denn schon früher bestand der Verdacht, dass Yagmur bei Besuchen ihrer Eltern misshandelt wurde. 

Der Prozess vor dem Hamburger Landgericht wird am Mittwoch (18.06) fortgesetzt.

(dpa/mgä)

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