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Radio Hamburg

Esso-Häuser

500 Demonstranten protestieren friedlich

Hamburg, 08.05.2014
Demo Esso-Häuser Abriss St. Pauli

Die demonstrierenden Initiativen wollen bei der Neubebauung mitreden dürfen.

Rund 500 Demonstranten sind am Mittwochabend gegen den Abriss der Esso-Häuser auf die Straße gegangen. Ihre Forderung: Hier soll 100 Prozent sozialer Wohnraum entstehen.

Unter dem Protest von mehreren Hundert Menschen hat an der Hamburger Reeperbahn der umstrittene Abriss der sogenannten Esso-Häuser begonnen. Zu der Demonstration mit Trommeln und Pfeifen hatten mehrere Initiativen aufgerufen - sie befürchten steigende Mieten. Laut Polizei kamen 500 Teilnehmer.

Der Abriss dauert bis Juni

Am Mittwochvormittag (07.05.) hatte der Eigentümer des Geländes mit dem Abriss der Gebäude begonnen. Im Dezember waren die maroden Esso-Häuser wegen wackelnder Wände zwangsgeräumt worden. "Zunächst reißen wir die Waschstraße ein, dann gehen wir auf die Gewerbezeile über, anschließend folgen die Häuser", sagte der Marketingleiter der Bayerischen Hausbau GmbH, Bernhard Taubenberger. "Der Rückbau wird sich bis Juni hinziehen."

Nachbarn befürchten die soziale Spaltung

Viele Nachbarn befürchten die soziale Spaltung auf dem Kiez. Der Abriss der Esso-Häuser fühle sich an «wie eine Beerdigung», sagte eine Anwohnerin. "Hier darf eigentlich nur 100 Prozent sozialer Wohnraum entstehen", fordert Steffen Jörg von der Initiative Esso-Häuser. Die Bayerische Hausbau sieht rund 30 Prozent geförderten Wohnraum vor, die Stadt fordert einen Anteil von 50 Prozent.

Auch der Abriss-Zeitpunkt sorgt für Ärger: Direkt gegenüber der Baustelle steht die Bühne, auf der am Samstag der Eurovision Song Contest übertragen wird. "Aber die Gute-Laune-Maschinerie der Groß-Events kann unseren Schmerz über diesen Verlust nicht weglächeln - und auch nicht unsere Wut", sagte Christoph Roggon von der Initiative SOS-St. Pauli.

Alle 86 Mietparteien in neuen Unterkünften

Die namensgebende Tankstelle war bereits im Februar abgerissen worden. Das Unternehmen will auf dem Areal, das ihm seit 2009 gehört, ein "breites Potpourri aus Wohnen und Gewerbe" schaffen. Die 86 Mietparteien, die ihre mehr als 50 Jahre alten Wohnungen bei der Zwangsräumung im Dezember verlassen mussten, seien alle mit neuen Unterkünften versorgt worden, beteuerte der Eigentümer.

(dpa/pne)

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