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Radio Hamburg

Fall Yagmur

Familienrichterin räumt Versäumnisse ein

Hamburg, 07.05.2014
Tod, Dreijährige, Yagmur, Billstedt, Trauer

Im Dezember 2013 war die erst dreijährige Yagmur an einem Leberriss gestorben.

Vor mehr als vier Monaten starb die dreijährige Yagmur an den Folgen schwerer Misshandlungen. Jetzt hat eine Richterin Versäumnisse eingeräumt.

Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur hat eine Familienrichterin Versäumnisse eingeräumt.

"Hinterher ist man immer schlauer."

Aus heutiger Sicht hätte sie an einigen Stellen stärker nachhaken sollen, sagte die 58-Jährige am Dienstag vor den Abgeordneten. "Hinterher ist man immer schlauer."

Der Fall zeige, dass der Austausch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Jugendamt verbessert werden müssen, betonte die Richterin. Der Tod des Kindes mache sie «unendlich traurig».

Dem Familiengericht lagen mehrere Verfahren aus dem ersten Quartal 2013 vor - unter anderem ging es um einen möglichen Entzug des Sorgerechts der Eltern. Alle Verfahren standen in Zusammenhang mit einer früheren Misshandlung des Kindes. Als mögliche Täter kamen zunächst die Pflegemutter des Mädchens und die leiblichen Eltern infrage, weil alle Kontakt zu Yagmur hatten.

Sie habe sich bei einem Gerichtstermin im Mai 2013 zu sehr auf die mündliche Aussage einer Jugendamtsmitarbeiterin verlassen, dass die Pflegemutter für die Misshandlung des Mädchens verantwortlich gewesen sei und nicht die leiblichen Eltern. Die Eltern behielten zunächst das Sorgerecht. Das Jugendamt leitete die Rückführung des Kindes zu den Eltern ein. Mit dieser Entscheidung habe sie aber nichts zu tun gehabt, betonte die Richterin.

Seit August lebte Yagmur wieder bei ihrer Familie. Ein späteres Gutachten eines Rechtsmediziners, dass die Pflegemutter gar nicht die Täterin sein könne, habe das Familiengericht nie erreicht, erklärte die Richterin. Auch sonst habe es keine weiteren Berichte des Jugendamtes gegeben.

Yagmur war am 18. Dezember 2013 an den Folgen eines Leberrisses gestorben. Gegen die leibliche Mutter wurde inzwischen Mordanklage erhoben. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft, weil er seiner Tochter nicht geholfen haben soll.

(dpa/pne)

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