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Radio Hamburg

Olympia-Bewerbung

Studie soll Vor- und Nachteile darlegen

Hamburg, 21.05.2014
RHH - Expired Image

Hamburg plant, sich für Olympia zu bewerben.

Die Hamburgische Bürgerschaft macht einen ersten Schritt hin zu einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt für 2024 oder 2028.

In frühestens zehn Jahren könnte Hamburg Schauplatz von Olympischen Sommerspielen werden. Doch schon jetzt will die Bürgerschaft den Senat mit einer Studie zu den Vor- und Nachteilen eines solchen Sportgroßereignisses beauftragen.

Erste Schritte zur Olympia-Bewerbung

Die Hamburgische Bürgerschaft macht einen ersten Schritt hin zu einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt für 2024 oder 2028. Am Mittwoch will das Parlament einen von SPD, CDU, Grünen und der FDP unterstützen Antrag beschließen, wonach der SPD-Senat eine "ergebnisoffene Studie" in Auftrag geben und bis Herbst die Chancen und Risiken, die Vor- und Nachteile von olympischen Sommerspielen in Hamburg darlegen soll.

Referendum zu Hamburgs Olympia-Bewerbung?

Begleitet werden soll die Untersuchung von einer interfraktionellen Arbeitsgruppe. Voraussetzung für eine Olympia-Bewerbung ist nach Überzeugung der Fraktionen jedoch eine Reform des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sowie ein Ja der Hamburger bei einem Referendum zu dem Sportereignis. Der Fragenkatalog umfasst 14 Themenfelder. Am Anfang steht dabei der Zeitplan für eine Bewerbung, die Konkurrenzsituation - auch Berlin erwägt eine Bewerbung - sowie eine Auflistung vorhandener Sportanlagen.

Infrastruktur soll untersucht werden

Danach soll die Untersuchung darstellen, was zusätzlich an Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Wohnen und Sportanalagen nötig wäre. Großen Raum nehmen in dem Fragenkatalog die Bereiche Vermeidung von Verkehr und Lärm ein, des weiteren der Klimaschutz sowie die Auswirkungen eines Sportgroßereignisses auf die Mieten, auf die Beschäftigung und auf die Breitensportförderung. Ebenso wollen die Abgeordneten unter anderem ein Konzept für die Nachnutzung der eigens errichteten Infrastruktur, Vergleiche mit den Olympiastädten Barcelona und London sowie eine detaillierte Kostenschätzung.

Bürgermeister Scholz sieht große Chance

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sieht in Olympischen Spielen eine große Chance. "Hamburg ist eine sehr bekannte Stadt. Aber nicht so bekannt, wie alle Hamburger glauben. Die Olympischen Spiele könnten das ändern", sagte der 55-Jährige am Montagabend (19.05). Er rechne bis Ende 2014 oder Anfang 2015 mit einer Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ob sich eine deutsche Stadt um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben soll. "Man ist mit Berlin und Hamburg in Gespräche getreten. Wenn der DOSB sagt, man möchte das mit Hamburg machen, muss im nächsten Jahr auch eine Entscheidung der Bürger stattfinden. Denn ohne die Begeisterung der Bürgerinnen und Bürger kann das nicht funktionieren", sagte Scholz.

"Jahrhunderchance" für Hamburg

CDU-Fraktionschef Dietrich Wersich sprach von einer "Jahrhundertchance" für die Hansestadt. "Wir sollten uns anstrengen und dafür kämpfen." SPD-Fraktionschef Andreas Dressel betonte, am Schluss sollen allein die Bürger entscheiden, ob sich Hamburg bewirbt oder nicht. Für die FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding müssen vor einer Bewerbung auf jeden Fall die Finanzierung in Zeiten der Schuldenbremse, Fragen der Stadtentwicklung und der nachhaltigen Planung geklärt werden. "Wir wollen nicht, dass Hamburg eine dreiwöchige Party für die Welt ausrichtet und danach auf einem Schuldenberg sitzt", sagte Grünen-Fraktionschef Jens Kerstan.

Linke lehnt Olympia-Bewerbung Hamburgs ab

Einzig die Linken lehnen eine Olympia-Bewerbung Hamburgs generell ab. Die Studie sei nur eine Nebelkerze. "Alle Wünsche und alle frommen Bekenntnisse zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Finanzierbarkeit würden in dem Moment hinfällig, in dem der Senat die Knebelverträge des IOC unterschreiben muss und faktisch den Stadtschlüssel abgibt", sagte der Linken-Sportexperte Mehmet Yildiz. "Hamburg hat wirklich schon genug zu stemmen: Elbphilharmonie, HSH Nordbank, U-Bahn-Bau und
vieles mehr." Es sei unglaublich, dass den Hamburgern jetzt mit solchen Täuschungsmanövern die nächste Großbaustelle untergejubelt werden soll.

Vor der Debatte und Entscheidung über den interfraktionellen Antrag befasst sich das Parlament unter anderem in einer Aktuellen Stunde mit dem umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP der Europäischen Union mit den USA. Außerdem wollen die Abgeordneten über den Wohnungsbau und den Lärmschutz diskutieren.

(dpa/mgä)

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