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Radio Hamburg

Schulprojekt

Hamburger Schüler sollen digital lernen

Hamburg, 28.05.2014
Schule, Schüler, Klassenzimmer, Tafel, Gymnasium, Grundschule, Stadtteilschule, Bildung

Digitales Projekt: Schüler sollen die sinnvolle Nutzung vom Smartphones, Tablets und Laptops im Unterricht erlernen.

"Start in die nächste Generation": Der Einsatz von digitalen Medien im Schulalltag soll in Hamburg ausgeweitet werden.

An sechs Hamburger Schulen haben vom kommenden Schuljahr an Tafeln, Bücher und Hefte in einzelnen Klassen weitgehend ausgedient. Unter dem Titel "Start in die nächste Generation" beginnt dort nach den Sommerferien ein zweijähriges Pilotprojekt, bei dem die Schüler stattdessen im Unterricht mit Smartphones, Tablets und Laptops arbeiten und so deren sinnvolle Nutzung erlernen sollen, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag sagte. Die Kosten des Projekts, an dem insgesamt rund 1.300 Schüler teilnehmen sollen, bezifferte er auf knapp 900.000 Euro. Vier weitere Schulen würden zudem beispielhaft Informatik-Lehrpläne entwickeln, kündigte Rabe an.

Verwendung von privaten Geräten

Bei dem Projekt sollen die Schüler ihre in der Regel bereits privat vorhandenen Geräte im Unterricht verwenden. Für jene Jugendlichen, die sich keinen Laptop oder Tablet leisten können, sollen die Schulen einspringen. Alle Schulen haben laut Rabe "einen manchmal recht umfangreichen sogenannten Selbstbewirtschaftungsfonds". Außerdem hätten sie bereits Konzepte vorgelegt, "wie man Schülerinnen und Schüler, die eventuell keinen eigenen Laptop haben, helfen kann". Es sei sichergestellt, dass die Klassen komplett und ohne Diskriminierungen an dem Projekt teilnehmen können.

Rabe ist überzeugt vom Konzept

Bedenken, gegen den Willen der Eltern zu agieren, gebe es nicht, sagte Rabe. "Hier lagen in allen Fällen Beschlüsse der Schulkonferenzen vor - und mit den Elternvertretern selber." Welche Klassen konkret Laptop gegen Hefte tauschen werden, obliege ebenfalls allein der Entscheidung der Schulen. Insgesamt zeigte sich Rabe überzeugt, dass die zu testende Art des Unterrichtens die Zukunft ist. "Ich bin auch fest davon überzeugt, dass wir überholt werden von einer Entwicklung, die die Kinder sowieso machen, wenn wir nicht in der Schule das aktiv aufgreifen."

Kritik von Scheuerl

Der fraktionslose Abgeordnete und Sprecher der Elterninitiative "Wir wollen lernen", Walter Scheuerl, nannte das Projekt kurzsichtig. Denn wenn Kinder zwei Jahre lang nur noch auf ihren Geräten getippt haben, seien sie danach praktisch nicht mehr in der Lage, auch längere Texte handschriftlich zu schreiben. Außerdem trage Schulsenator Rabe mit dem Projekt die Materialschlacht um die besten Geräte in die Schulen, verursache Kosten für Softwarelizenzen und mache die Schüler zudem abhängig von den jeweils verwendeten Betriebssystemen und der jeweils eingesetzten Software.

(dpa/lhö)

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