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Radio Hamburg

Aktionsplan gegen Fluglärm

Weniger Krach am Hamburger Himmel

Hamburg, 04.11.2014
Fluglärm, Flugzeug, Flughafen, Lärm

Über dem Hamburger Stadtgebiet soll es durch den neuen Fluglärm-Aktionsplan des Senats deutlich ruhiger werden.

Der Hamburger Senat hat am Mittwoch (04.11) ein Maßnahmenpaket verabschiedet, mit dem der Fluglärm über der Hansestadt deutlich reduziert werden soll.

Das tägliche Dröhnen der Passagierjets, die am Flughafen in Fuhlsbüttel starten und landen, gehört für die Hamburger bereits zum Alltag. Doch für viele Hanseaten wird das am Dienstag (04.11) präsentierte Fluglärmschutz-Maßnahmenpaket nun erstmals fühl- und vor allem hörbare Erleichterungen bringen. Besonders der Nordosten Hamburgs kann in Zukunft häufiger die Fenster öffnen.

10-Punkte-Programm gegen Flugzeug-Krach

In Zusammenarbeit mit dem Flughafen und der Deutschen Flugsicherung (DFS) hat der SPD-Senat in den vergangenen Monaten auf Drängen der Bürgerschaft der Führung von Mitgliedern der CDU, SPD, Grüne und FDP ein 10-Punkte-Programm entwickelt, das den Lärm über der gesamten Hansestadt deutlich reduzieren soll. So sollen beispielsweise Anflüge mit weniger als 12,9 Kilometern Anflugweg in Zukunft nicht mehr stattfinden dürfen. Bisher ist es noch erlaubt den Hamburger Flughafen mit lediglich 7,4 Kilometern anzusteuern. Mit der Neuregelung der Anflugwege entfallen damit ausgedehnte Querflüge über das gesamte Hamburger Stadtgebiet. In Zukunft sind diese dann nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Am Wochenende werden diese Regelungen sogar noch strenger gehandhabt und der Anflugweg weiter verlängert. Damit im gleichen Atemzug nicht die Hamburger Nachbargemeinden in den Kreisen Bargteheide oder Stormarn unter den veränderten Anflugwegen zu leiden haben, wurde die Mindestflughöhe auf etwa 900 Meter erhöht.

Nachtflüge werden teurer

Gerade in den Abend- und Nachtstunden soll es durch den Aktionsplan in den kommenden Jahren leiser werden, da für die Airlines die Gebühr für verspätete Flüge deutlich angehoben werden soll. Für besonders laute Flugzeuge, deren Flüge nach 22 Uhr ankommen, fallen dann 150 Prozent Aufschlag (bisher 100 Prozent) an, Flüge nach 23 Uhr müssen sogar 300 Prozent (bisher 200 Prozent) Aufschlag bezahlen. Die Entgelte für die beiden lautesten Flugzeugtypen erhöhen sich um bis zu 45 Prozent. Die Fluglärmschutzbeauftragte der Hansestadt wird daneben künftig höhere Strafen bei Verstößen gegen die Nachtflugbeschränkungen verhängen können und die Bußgelder, die bei bis zu 10.000 Euro liegen können, stärker ausschöpfen. Daneben erarbeiten die Luftaufsicht der Wirtschaftsbehörde und die Deutsche Flugsicherung ein Verfahren, Starts ohne Ausnahmegenehmigung zu unterbinden.

"Lärm nicht verlagern"

Hamburgs Umweltsenatorin Jutta Blankau machte bei der Präsentation am Dienstag (04.11), dass mit dem Maßnahmenpaket zwar nicht alle Probleme beseitigt worden seien, zeigte sich aber zufrieden mit dem Kompromiss: "Wir haben mit allen Beteiligten intensiv verhandelt und eine tragfähige Kompromisslösung zwischen Lärmschutz und Interessen des Flughafens für die nächsten Jahre entwickelt. Wichtig war uns, Lärm auf keinen Fall zu verlagern, sondern ihn für die jetzt Betroffenen so gut es geht zu mindern." Dennoch hatten Bürgerinitiativen umgehender Lärmschutzmaßnahmen gefordert. So forderte die Initiative "Alstertal Walddörfer" unter anderem, die Landeanflüge aus Nordosten auf mindestens 18,5 Kilometer auszudehnen. Laut "Abendblatt" hätten sich die entsprechenden Planer jedoch gegen den Plan entschieden, da dadurch keine zusätzliche Entlastung für die betroffenen Anwohner bewirkt werden könne. 

Fluglärm lässt Kinder langsamer lernen

Wie dringend notwendig die Neuregelungen zum Fluglärmschutz sind, zeigt unter anderem eine Studie, die am Dienstag (04.11) in Frankfurt am Main präsentiert wurde. Die Norah-Lärmwirkungsstudie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health) über die Auswirkungen von Lärm rund um Deutschlands größten Flughafen konnte nachweisen, dass Grundschüler langsamer lernen, wenn sie von Flugzeugkrach gestört werden. Mindestens einen Monat länger als andere brauchen Zweitklässler dafür in Grundschulen rund um den Frankfurter Flughafen. Das klare Ergebnis der Studie: Je stärker die Lärmbelastung, desto langsamer lernen Kinder lesen. Wächst der Dauerschallpegel um 10 Dezibel, sind die Kinder in den lärmbelasteten Schulen im Vergleich zu anderen einen Monat im Rückstand beim Lesenlernen, bei 20 Dezibel mehr sind es zwei Monate. Für die Umfrage wurden im Frühjahr 2012 im Rhein-Main-Gebiet 85 Schulklassen an 29 Schulen untersucht. Die Wissenschaftler sprachen mit 1243 Zweitklässlern, 1185 Eltern und 85 Lehrern.

(dpa/san)

 

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