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Radio Hamburg

Tod der kleinen Yagmur

Wie viel Schuld trifft die Staatsanwaltschaft?

Hamburg, 04.11.2014
RHH - Expired Image

Welche Schuld trägt die Staatsanwaltschaft im Fall Yagmur?

Der Untersuchungsausschuss der Bürgschaft will klären wie viel Schuld die Behörden am Tod der dreijährigen Yagmur haben. Besonders belastet wird die Staatsanwaltschaft.

Nach Misshandlungen kam die dreijährige Yagmur ins Krankenhaus, die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelte kurze Zeit. Dann starb das Kind nach neuen Schlägen. Der Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft will die Fehler möglichst genau aufarbeiten und klären, ob die Staatsanwaltschaft eine Mitschuld an dem Tod des kleinen Mädchens hat.

Kritische Aspekte vernachlässigt?

Die Rolle der Hamburger Staatsanwaltschaft im Fall des nach Misshandlungen gestorbenen Mädchens Yagmur sorgt im Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft weiter für Diskussion. Zum Auftakt der Beratungen über den Abschlussbericht erklärte die Grünen-Abgeordnete Christiane Blömeke am Dienstag (04.11), der gesamte Komplex Staatsanwaltschaft sei nach Ansicht der Oppositionsfraktionen in dem Berichtsentwurf zu kurz gekommen. Kritische Aspekte müssten mehr Berücksichtigung finden. Die SPD-Obfrau Melanie Leonhard signalisierte Zustimmung zu einer Überarbeitung.

Verfahren gegen Eltern eingestellt

Yagmur war seit ihrer Geburt von drei Jugendämtern betreut worden. Schon Anfang 2013 - knapp ein Jahr vor dem gewaltsamem Tod der Dreijährigen - hatte der Rechtsmediziner Klaus Püschel Anzeige gegen Unbekannt wegen Verdachts auf Kindesmisshandlung erstattet. Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Strafanzeige zwar ermittelt, das Verfahren gegen Eltern und Pflegemutter jedoch gut einen Monat vor dem Tod des Mädchens eingestellt.  In der Erörterung des Abschlussberichts übten die Ausschussmitglieder wiederholt Kritik am damaligen Vorgehen.

Ermittlungen nicht angemessen

Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries unterstrich: "Aus unserer Sicht waren der Umfang und die Intensität der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der Schwere der Verletzungen auf keinen Fall angemessen." Blömeke bemängelte, dass die Behörde damals auf eine Vorladung von Yagmurs Mutter verzichtet habe. Auch das Umfeld des Kindes hätte beleuchtet werden müssen, so die Grünen-Abgeordnete. Hätte die Staatsanwaltschaft anders gehandelt, wäre der Verlauf des Falles in großen Zügen anders gewesen, meinte der FDP-Familienpolitiker Finn Ole Ritter. "Die größte Schnittstellenproblematik (in der Zusammenarbeit der Behörden) war
die Staatsanwaltschaft."

Linke will Abschlussbericht ablehnen

Der Linken-Vertreter im Ausschuss, Mehmet Yildiz hatte vor der Sitzung angekündigt, seine Fraktion werde den gemeinsamen Abschlussbericht nicht mittragen. "Bereits der erste Entwurf des Berichts bestätigt, dass man nur auf der Suche nach individuellen Schuldigen ist, statt die desolate Situation der gesamten Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg auf den Prüfstand zu stellen", erklärte er. "Bauernopfer" verhinderten nur die dringend notwendige Erneuerung des Kinderschutzes. Die Haltung der Linken stieß bei allen anderen Fraktionen auf scharfe Kritik. De Vries von der CDU erinnerte an den verfassungsgemäßen Arbeitsauftrag für den Untersuchungsausschuss. Das Gremium solle individuelles Fehlverhalten offenlegen.

Welche Schuld haben die Behörden?

Die Bürgerschaftsabgeordneten untersuchen voraussichtlich noch bis zum 18. Dezember - dem einjährigen Todestag des kleinen Mädchens - inwieweit den Behörden Versäumnisse anzulasten sind. Dann will der Ausschuss seinen Bericht verabschieden. Yagmurs 27 Jahre alte Mutter muss sich derzeit wegen Mordes vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Der ein Jahr jüngere Vater des Kindes ist angeklagt, weil er das Mädchen nicht geschützt haben soll.

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(dpa/san)

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