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Radio Hamburg

Der Fall Yagmur

Scheele: Massive Fehlentscheidungen

Hamburg, 08.10.2014
RHH - Expired Image

Im Fall Yagmur hat nun auch Sozialsenator Detlef Scheele als Zeuge ausgesagt.

Sozialsenator Scheele hat vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Fall Yagmur ausgesagt. Er spricht von massiven Fehlentscheidungen.

Vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) im Fall der getöteten Yagmur hat am Dienstag (08.10) nun auch Sozialsenator Detlef Scheele als Zeuge ausgesagt. "Die Nachricht vom Tod Yagmurs war die bedrückendste Stunde in meiner Amtszeit", so Scheele zu Beginn. Als Konsequenz fordere er einen Ombudsmann für die Jugendhilfe, an den man sich jeder Zeit mit Fragen und Hinweisen wenden könne, damit sich Fehlentscheidungen wie im Fall Yagmur nicht wiederholten. Immerhin hätten sie "die Verantwortung für die generelle Aufstellung der Jugendhilfe", sagte Scheele vor dem Untersuchungsausschuss und meinte damit sich und seine Behörde.

Ombudsmann als Konsequenz

Die Stelle des Schiedsmannes solle mit Befugnissen ausgestattet werden, damit dieser auch handeln und nicht nur Beschwerden sammeln könne. Ebenfalls könne dieser dann die Meldungen sofort an die zuständigen Dienst des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) weiterleiten. Im Fall der dreijährigen Yagmur hatte es in der Vergangenheit massive Fehler in der Kommunikation zwischen Ämtern und Behörden gegeben.

Reihe von Fehlentscheidungen

Ein früheres Ermittlungsverfahren gegen die Eltern, die ihre dreijährige Tochter bereits in der Vergangenheit misshandelt haben sollen, sei eingestellt worden, ohne dass die beiden überhaupt vernommen worden seien. Der ASD wiederum solle dann die Einstellungsverfügung nicht gelesen haben, wodurch wichtige Hinweise auf Verletzungen der kleinen Yagmur unbeachtet blieben. Senator Scheele sprach von einer "Reihe von Fehlentscheidungen". Die entscheidende Fehlentscheidung war es, das Kind, das lange bei einer Pflegemutter lebte, den Eltern zurückzugeben.

Empörung beim Untersuchungsausschuss

"Es hätte viele Alternativen gegeben, die den Tod des Kindes verhindert hätten", sagte Scheele. Er mache aber bewusst "keine einzelnen Schuldigen" aus. Der Senator sei jedoch sicher, dass es nicht daran lag, "dass es zu wenig Personal beim ASD gab". Es darauf zu schieben, da mache Scheele nicht mit. Damit stieß der Senator jedoch auf große Empörung beim PUA. Die Jugendpolitikerin der Grünen Christiane Blömeke hielt ihm vor, wie er sowas sagen könne. Schließlich weise der Inspektionsbericht des ASD klar auf eine schlechte personelle Lage.

Die dreijährige Yagmur war am 18. Dezember 2013 mutmaßlich an den Folgen von Misshandlungen ihrer Mutter gestorben, obwohl das Kind seit seiner Geburt von insgesamt drei Jugendämtern betreut worden war. Yagmurs 27 Jahre alte Mutter muss sich deshalb wegen Mordes vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Der ein Jahr jüngere Vater des Kindes ist angeklagt, weil er das Mädchen nicht geschützt haben soll.

(dpa/ jmü)

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