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Radio Hamburg

Reaktion auf "KESS-13"-Lernstandsstudie

Schulsenator Rabe will mehr Unterrichtsstunden

Hamburg, 29.10.2014
Schule, Tafel, Bildung, Kreide, Schwamm, Schüler, Gymnasium, Stadtteilschule, Grundschule

Wenn es nach Rabe geht, sollen die Unterrichtsstunden in den Fächern Deutsch und Mathematik erhöht werden.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe hat ein klares Ziel: Die Verbesserung des Deutsch- und Mathematikunterrichtes durch mehr Stunden.

"Wir wünschen uns, dass mindestens jede Woche vier Stunden Deutsch und vier Stunden Mathematik unterrichtet werden", sagte Rabe am Mittwoch (29.10.2014). Bislang könne dies in den Klassen sechs bis zehn noch in zwei Jahrgängen unterschritten werden. Zudem will Rabe mehr Fach- und Gymnasiallehrer an den Stadtteilschulen einsetzen. Nach den Vorstellungen des Senators sollen zumindest Teile des sieben Punkte umfassenden Behördenplans im kommenden Schuljahr umgesetzt werden.

Kritik an den Vorstellungen des Schulsenators

Die Opposition kritisierte die Ideen als ungenügend oder zu spät. Hintergrund des Vorstoßes ist die "KESS-13"-Lernstandsstudie aus dem Jahr 2012, nach der an Stadtteilschulen Mittelstufenschüler in Mathematik teils erhebliche Schwächen haben. Rabe schränkte dabei jedoch ein, dass die Untersuchung inzwischen in Teilen überholt sein könnte. Denn die Defizite der früheren Haupt- und Realschüler seien in einer Zeit entstanden, als es Stadtteilschulen noch nicht gab. "Die heutigen Stadtteilschulen unterscheiden sich gravierend von den damaligen Haupt- und Realschulen", sagte Rabe. So gebe es an den Stadtteilschulen deutlich mehr Lehrer (plus 500 oder 15 Prozent), kleinere Klassen und ein umfangreiches Ganztagsangebot.

Quote der Gymnasiallehrer an den Stadtteilschule soll erhöht werden

Außerdem hätten inzwischen 47 von 59 Stadtteilschulen eine Oberstufe, was sich wiederum leistungssteigernd auf den Mittelstufenunterricht auswirke. Gleichwohl sieht Rabe Verbesserungsbedarf. So könne er sich vorstellen, nicht nur in Mathematik und Deutsch, sondern auch in den Naturwissenschaften die Stundenzahl zu erhöhen. "Gegenfinanziert" werden soll dies durch Kürzungen etwa bei den frei verfügbaren Unterrichtsstunden für Projektarbeiten. Um den Fachunterricht zu stärken, sollen in Mathematik zudem von der siebten Klasse an allein ausgebildete Mathelehrer unterrichten und die Quote der Gymnasiallehrer an den Stadtteilschulen von durchschnittlich 40 auf mindestens 50 Prozent erhöht werden.

Weiteres Ziel: Begabtenförderung stärken

Daneben möchte der Schulsenator die Bildungspläne überprüfen und die Fachleitungen an den Schulen sowie die Begabtenförderung stärken. Zuletzt soll darüber nachgedacht werden, ob nicht nur in den 10., sondern auch in niedrigeren Klassen eine zentrale Mathematikprüfung eingeführt werden soll. "Wir brauchen aus unserer Sicht klarere Hinweise, wo etwas gut gelingt und wo es noch Handlungsbedarf gibt." Zentrale Prüfungen könnten ein Weg sein, müssten es aber nicht, räumte Rabe ein. Denn "nur vom Wiegen wird die Sau auch nicht fett".

Spätes Handeln wird von der Opposition kritisiert

Die Schulexpertinnen von CDU und Grünen, Karin Prien und Stefanie von Berg, kritisierten, dass die "KESS-13"-Lernstandsstudie seit September 2013 vorliege, es dem Senat aber erst jetzt einfalle, tätig zu werden. "Das hätte viel früher geschehen müssen", betonte von Berg. Aus Sicht der Linken reichen die geplanten Maßnahmen nicht aus, die FDP sprach von einer Mogelpackung des Senators. "Wieder mal listet er Altbekanntes auf", erklärte die FDP-Bildungsexpertin Anna von Treuenfels.
(dpa/lsc)