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Radio Hamburg

Schüsse an der Osterstraße

Urteil gegen Luftgewehr-Schützen gefallen

Hamburg, 31.10.2014
Gericht, Hammer, Urteil, Landgericht, Täter, Opfer, Prozess, Jurist

Der sogenannte "Heckenschütze von Eimsbüttel" wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Zwei betrunkene Männer unterbrechen jäh den Schlaf eines Waffennarren. Aus Wut schießt er mit einem Luftgewehr aus einem Fenster. 

Das Amtsgericht Hamburg hat einen Luftgewehr-Schützen, der einen 19 Jahre alten Mann vor seiner Wohnung lebensgefährlich verletzt hatte, zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Zudem muss er 2.000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag (30.10) mitteilte.

Entschuldigung von Angeklagtem

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 58-Jährige aus Ärger über Lärm auf der Straße in Hamburg-Eimsbüttel im April vergangenen Jahres auf zwei betrunkene Randalierer geschossen hatte. Einen von ihnen traf er am Hals. Der Angeklagte hatte die Tat eingeräumt und sich vor Gericht bei dem Opfer entschuldigt. "Für ihn sprach, dass er seine Schuld wiedergutmachen möchte, keine Vorstrafen hatte und geständig war", sagte die Gerichtssprecherin zur Begründung des Urteils.

Zum Prozessauftakt hatte der hagere Angeklagte zugegeben, im Drogenrausch aus Wut und in Aufregung gehandelt zu haben. Die Männer habe er nicht verletzten, sondern nur vertreiben wollen, sagte er damals. Er habe nicht gewusst, "dass man mit einem Luftgewehr so viel Schaden anrichten kann". 

Luftgewehr und Butterfly-Messer beschlagnahmt

Das Geschoss aus dem Luftgewehr drang vier Zentimeter in den Hals des 19-Jährigen ein und verfehlte knapp die Halsschlagader. Nur durch eine Notoperation konnten Ärzte ihn retten. Als die Polizei später die Wohnung des Angeklagten durchsuchte, stieß sie auf mehrere Waffen, die der 58-Jährige trotz Verbots gehortet hatte - darunter mehrere Luftgewehre, Schreckschusspistolen und ein Butterfly-Messer.

Opfer fordert Schmerzensgeld

Die Aussagen des Opfers zu den Vorwürfen, zuerst in der Nähe der Wohnung des Angeklagten Krawall geschlagen und so die Aufmerksamkeit des späteren Schützen auf sich gezogen zu haben, waren am ersten Verhandlungstag widersprüchlich gewesen. Der junge Mann erinnerte sich angeblich kaum mehr an ein Detail der Nacht und beharrte zeitweise darauf, erst nach dem Schuss wütend gegen einen Mülleimer getreten zu haben. Vom Angeklagten hatte der 20-Jährige in einer Nebenklage ein Schmerzensgeld von 3.000 Euro gefordert.

(dpa/mgä)

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