Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Fehlerhafte Strahlenbehandung

Sonderkommission wird eingerichtet

Hamburg , 10.02.2015
Bestrahlung, Krebs, Bedienung, Krankenschwester

Zur Untersuchung der fehlerhaften Strahlenbehandlung wird eine Sonderkommission eingerichtet. (Symbolbild)

Die Hamburger Gesundheitsbehörde reagiert auf die Kritik an ihrem Umgang mit dem Strahlen-Skandal am Hermann-Holthusen-Institut der Asklepios Klinik St. Georg.

Nach Kritik am Umgang der Hamburger Gesundheitsbehörde mit der fehlerhaften Strahlenbehandlung von Krebspatienten am Hermann-Holthusen-Institut in der der Asklepios-Klinik St. Georg soll nun eine Sonderkommission die Angelegenheit überprüfen. Zudem habe sie bereits den renommierten Kieler Strahlenmediziner Bernhard Kimmig eingeschaltet, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag (9.02). Der emeritierte Professor solle die vorliegenden Stellungnahmen extern bewerten. 

Der Sprecher räumte zugleich ein, dass es aus heutiger Sicht besser gewesen wäre, wenn ihr Fachbereich Strahlenschutz gleich nach Bekanntwerden der Fehlbehandlung im März 2013 die für Qualitätskontrollen zuständige Ärztliche Stelle und die
Staatsanwaltschaft informiert hätte. Nach Angaben der Klinik wurden zehn Patienten zwischen 2010 und 2013 falsch bestrahlt. Sieben der schwer Krebskranken seien inzwischen gestorben, aber nicht infolge der zu geringen Bestrahlung.

Sonderkommission mit zwei Medizinern und einem Physiker

Grüne und Linke in der Bürgerschaft warfen dem Senat am Montag Untätigkeit vor. "Warum hat die Behörde fast zwei Jahre lang nicht aktiv gehandelt - obwohl es hier um Menschenleben ging?", fragte die grüne Sozialpolitikerin und Spitzenkandidatin Katharina Fegebank. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken, Kersten Artus, forderte den Senat zur Offenlegung aller Fakten auf. Unter Berufung auf einen Bericht der "Hamburger Morgenpost" (Montag) erklärte Artus, es gebe unterschiedliche Darstellungen zur Ursache der Fehlbehandlung. Die Gesundheitsbehörde betonte, dass sie unmittelbar nach Anzeige der Unterdosierungen alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen habe, damit die entsprechenden Fehler abgestellt und Fehlbehandlungen in Zukunft ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen seien abzuwarten. Dennoch sei eine "Komplettprüfung" durch die Sonderkommission aus zwei Medizinern und einem Physiker vorgesehen.

Durchsuchung der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch das Hermann-Holthusen-Institut für Strahlentherapie an der Asklepios-Klinik St. Georg durchsucht und Krankenakten beschlagnahmt. Ermittelt wird gegen drei Ärzte und einen Physiker der Klinik. Es gebe den Anfangsverdacht der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Tötung in einer noch nicht bekannten Zahl von Fällen zwischen 2010 und 2015, hieß von der Staatsanwaltschaft. Die Klinik sicherte den Ermittlern ihre uneingeschränkte Unterstützung zu. "Die Aufklärung der genauen Hintergründe auch durch die Staatsanwaltschaft liegt in unserem ureigenen Interesse", erklärte der Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios-Kliniken Hamburg GmbH, Thomas Wolfram. Aus Rücksicht auf die Ermittlungen wollte sich ein Asklepios-Sprecher am Montag nicht zu weiteren Fragen äußern.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte ein organisiertes Meldesystem, sonst gebe es keine Patientensicherheit. "Es kann nicht sein, dass Staatsanwaltschaft und Öffentlichkeit erst Jahre nach den Vorfällen informiert werden. Die Sonderkommission muss auch aufklären, wer dafür die Verantwortung trägt", sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch.

(dpa/mgä)

comments powered by Disqus