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Radio Hamburg

Chantal-Prozess

Neue Beweisanträge - Urteil verschoben

Hamburg , 26.01.2015
Eltern von Chantal beim Prozessauftakt

Im Prozess gegen die Pflegeeltern von Chantal wurden die Urteilssprechung verschoben.

Überraschung im Chantal-Prozess: Unmittelbar vor der Urteilsverkündung hat der Anwalt des Pflegevaters neue Beweisanträge gestellt. 

Im Prozess um den Methadon-Tod der 11-jährigen Chantal hat das Hamburger Landgericht die für Montag (26.01) geplante Urteilsverkündung verschoben. 

Beweisanträge des Pflegevaters

Es seien neue Anträge der Verteidigung des Pflegevaters eingegangen, über die zunächst beraten und entschieden werden müsse, teilte das Gericht mit. Es seien neue Verhandlungstermine für den 5. und 13. Februar angesetzt worden. Es sei aber möglich, dass das Urteil bereits am 5. Februar gesprochen werde. Zum Inhalt der am Montag eingegangenen Anträge machte das Gericht keine Angaben. Anwalt Udo Jacob war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Chantal starb an Methadon-Vergiftung

Chantal war vor drei Jahren an den Folgen einer Methadon-Vergiftung gestorben. Die Elfjährige soll in der Wohnung seiner drogenabhängigen Pflegeeltern in Hamburg-Wilhelmsburg Zugang zu der Heroin-Ersatzdroge bekommen haben. Der Pflegevater hatte die im Sterben liegende Chantal sich selbst überlassen und war am Morgen zur Arbeit gegangen - ohne den Notarzt oder seine Lebensgefährtin zu verständigen. 

Er habe nicht erkannt, dass Chantal bereits bewusstlos gewesen sei, sagte er. Die Pflegemutter hatte den vorherigen Tag sowie die Nacht außer Haus verbracht. Am Nachmittag des 16. Januars 2012 fand die Pflegemutter das Mädchen bewusstlos und mit blauen Lippen im Bett. Chantal starb kurz darauf an den Folgen einer Methadon-Vergiftung im Krankenhaus.

(dpa/mgä)

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