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Radio Hamburg

Eltern blieben unwissend

Kita-Erzieher wegen Missbrauchs verurteilt

Hamburg, 06.06.2015
Kind Missbrauch Gewalt

In einer Hammer Kita wurden die Eltern jahrelang darüber im Dunkeln gelassen, dass der Mitgründer wegen Kindesmissbrauch verurteilt wurde.

Ein Erzieher wird wegen Kindesmissbrauchs verurteilt, aber die Eltern der Kinder erfahren nichts. Jetzt ist die Empörung in der Hamburger Einrichtung "Wunderkabinett" groß.

Eine Kita im Stadtteil Hamm soll den Eltern mehrere Jahre verheimlicht haben, dass der Mitgründer der Einrichtung zwischenzeitlich wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Wegen der ersten Tat von 2011 wurde der damals 51-Jährige 2012 zügig aus der Kita entfernt und im Februar 2013 rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Das Opfer, ein damals neunjähriges Mädchen, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht in der Kita missbraucht.

Eltern erst viel später informiert

Aber erst kürzlich, vier Jahre nach den Taten und fast zwei Jahre nach der ersten Verurteilung, wurden auch die Kita-Eltern über die Vorgänge informiert. Die Eltern sind aufgebracht. Zuvor hatten am Freitag (05.06) mehrere Medien über den Fall darüber berichtet. Es habe Anfang Mai 2015 bei der Kita-Aufsicht Anrufe, E-Mails und Briefe empörter Eltern gegeben, sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Marcel Schweitzer. Die Eltern seien stutzig geworden, weil die Staatsanwaltschaft in einem weiteren Fall gegen den 51-Jährigen ermittelt.

Vierjährigen missbraucht

Der zweite Fall solle sich ebenfalls 2011 ereignet haben, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio. Der Junge sei zur Tatzeit etwa vier Jahre alt gewesen und habe sich erst jetzt den Eltern anvertraut. Die Mutter habe Ende März 2015 Anzeige bei der Polizei erstattet. Der erste Fall: Der Sprecher der Sozialbehörde, Schweitzer, sagte, man sei am 31. August 2012 von den Ermittlungen gegen den Mann informiert worden. Am 12. September 2012 habe die Sozialbehörde schriftlich angeordnet, dass er nicht mehr dort beschäftigt sein dürfe und die Kita auch nicht mehr betreten dürfe, solange sich dort Kinder aufhielten.

Trotz Verbot weiterhin in der Kita

Der 51-Jährige habe aber entgegen der Anweisung an einem Abschiedsfest in der Kita mit Eltern, Kindern und Kollegen teilnehmen dürfen. Die Eltern hätten sogar Geld für ein Fahrrad gesammelt, mit dem der Mann angeblich auf Weltreise gehen wollte, sagte Schweitzer. Nicht zuletzt darum sei die Empörung unter den Eltern jetzt besonders groß.

Behörde in der Kritik

Es gebe auch Kritik an der Behörde, räumte Schweitzer ein. Das Beschäftigungs- und Zutrittsverbot für den Mann sei aber damals sowohl dem 51-Jährigen als auch der Kita-Leiterin zugestellt worden. Die Leiterin habe jetzt glaubhaft versichert, dass der Mann nach der Freistellung nur dieses eine Mal in der Kita gewesen sei. Die heutige Leiterin der Kita hatte 2009 die Kita zusammen mit dem Mann gegründet. Sie habe erst im September 2012 von den Ermittlungen im ersten Fall erfahren, teilte sie mit. "Es gab damals keinerlei Anhaltspunkte für einen Vorfall in der Kita selbst."

Kita gesteht Fehler ein

Im Dezember 2012 seien bei einer Weihnachtsfeier dann auch drei Kollegen verabschiedet worden, darunter der 51-Jährige. "Wir hatten wegen des gegen ihn erhobenen Verdachts sichergestellt, dass er zu keinem Zeitpunkt während der Feier allein Kontakt zu Kindern hatte." Dennoch sei im Rückblick die Einladung ein Fehler gewesen. Zum zweiten Fall hieß es in der Erklärung: "Erst jetzt, drei Jahre später hat uns eine Mutter von einem Vorfall berichtet, der die Arbeit von Karsten W. in der Kita selbst betrifft." Eltern und Behörde seien dann umgehend benachrichtigt worden.

Kita-Eltern prüfen Klage

Wie Schweitzer erklärt, hätten die Eltern nach dem rechtskräftigen Urteil informiert werden müssen. Dazu seien Einzelgespräche mit Hilfe des Landeskriminalamts die beste Lösung gewesen, was in dem Fall der Kita "Wunderkabinett" allerdings nicht  erfolgt sei. Die Behörde habe dagegen nicht das Recht die Eltern zu informieren. Nun prüfen einige Eltern, ob sie die Kitaleiterin anzeigen werden.

(dpa/tr/iw/san)

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