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Radio Hamburg

Mögliche Kindesmisshandlung

Häufigere Meldungen als im Vorjahr

Hamburg, 15.06.2015
Handschellen, Gericht, Urteil, Verhaftet, iStock

In 108 Fällen der Kindesmisshandlung wurde Anklage erhoben oder ein Strafbefehl erlassen. 

Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg öfter mögliche Kindesmisshandlungen gemeldet, als im Jahr zuvor. 

Immer mehr Eltern, Sozialarbeiter oder Ärzte melden in Hamburg mögliche Kindesmisshandlungen. Laut einer am Montag (15.06.) veröffentlichten Antwort des Senats auf eine Anfrage von CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Philipp Heißner wurden den Behörden 2014 rund 12.000 Verdachtsfälle gemeldet. Im Jahr davor waren es 8.592. Das ist ein Zuwachs von 41 Prozent.

Bestätigung ei rund einem Drittel

Insgesamt wurden 510 Kinder im vergangenen Jahr im Institut der Rechtsmedizin untersucht, im Vorjahr waren es nur 201. In beiden Jahren bestätigte sich in rund einem Drittel der Untersuchungen der Verdacht der Misshandlung ganz oder teilweise. In 108 Fällen wurde Anklage erhoben oder ein Strafbefehl erlassen. Heißner sagte, angesichts dieser Entwicklung sei es unbedingt erforderlich die Ausstattung der Jugendämter zu verbessern. Die Sozialbehörde könne dazu jedoch kaum etwas sagen, da man laut Medienberichten den Bedarf nicht wirklich kenne.

Untersuchung bei leisestem Verdacht

Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde, sprach von einer höheren Sensibilität des Gesellschaft für Kindesmisshandlungen und nimmt den Fall der getöteten Yagmur dabei ins Visier. Die intensive Berichterstattung und deren politische Folgen haben sich auf den Menschen ausgewirkt, heißt es von Schweitzer.
Der Anstieg der Untersuchungen beim zentralen Kinderkompetenzzentrum des Instituts für Rechtsmedizin sei auf eine neue Praxis in den Jugendämtern zurückzuführen, sagte Schweitzer. So müssten Mitarbeiter des Jugendamts nun eine solche Untersuchung anordnen, wenn auch nur der leiseste Verdacht bestehe. Das könne man daran ablesen, dass 2013 die Jugendämter 108 ärztliche Untersuchungen veranlasst hätten, 2014 bereits 382.

Genauer Bedarf wird geprüft

Die Kritik Heißners wies Schweitzer zurück. Die Sozialbehörde stelle keine Sozialarbeiter ein, das liege in der Hoheit der Jugendämter. Um aber doch zu helfen, habe die Sozialbehörde 2014 aus eigenem Geld 72 zusätzliche Stellen in den Jugendämtern finanziert. Zugleich sei ein Personalbemessungssystem auf den Weg gebracht worden. Damit soll der genaue Bedarf der Jugendämter geprüft werden. Das System solle im Herbst 2015 eingeführt werden.

 

(dpa/pgo)