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Radio Hamburg

Traum vs. Realität

Hamburg auf dem Weg zur Fahrradmetropole?

Hamburg, 24.06.2015
Fahrradfahren, Radfahren, Rad, Fahrrad

In Hamburg soll der Drahtesel auf den Straßen deutlich mehr Platz bekommen.

Wenn es nach dem Senat geht, ist Hamburg schon Fahrradhauptstadt - merken tut man davon allerdings noch nicht viel. 

Bisher ist das Radkonzept des rot-grünen Senats mehr Schein als Sein. Zahlreiche Radwege enden im Nirgendwo, Unfälle mit Fahrradfahrern nehmen beständig zu und Abstellmöglichkeiten für den Drahtesel sucht man in der Hansestadt meist auch vergebens. Doch jetzt soll alles besser werden.

Mehr Radwege für Hamburg

Hamburgs rot-grüner Senat rechnet ab 2017 mit der im Koalitionsvertrag angepeilten Fertigstellung von jährlich 50 Kilometern neuen oder sanierten Radwegen. Planung, Bürgerbeteiligung und der Bau selbst kosteten so viel Zeit, "dass wir davon ausgehen, dass wir im dritten Jahr dieses dauerhafte Niveau von 50 Kilometern erreichen werden", sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) am Dienstag (23.06) bei der Präsentation des Zwischenberichts 2015 zur Umsetzung der Radverkehrsstrategie.

"Ambitionierte Ziele"

Der Radverkehr bleibe ein Schwerpunkt der Senatspolitik, betonte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos): "Wir haben uns ambitionierte Ziele vorgenommen." Bislang gibt es zahlreiche Klagen über die Fahrradmöglichkeiten in Hamburg. So mancher Radweg ende im Nichts, Abstellmöglichkeiten seien gerade an Knotenpunkten zum ÖPNV schwer zu finden, heißt es oft. Und auch die Polizei stellte im Vergleich zu 2013 im vergangenen Jahr mehr Fahrradunfälle fest. Insgesamt sei die Zahl um fast neun Prozent auf annähernd 3300 gestiegen. Mehr als 200 Menschen wurden dabei schwer verletzt, fast ein Dutzend Menschen getötet.

113 neue Kilometer Radwege

Bereits 2008 hatte die damalige schwarz-grüne Koalition eine Radverkehrsstrategie entwickelt, die seither fortgeschrieben wird. So wurden nach Angaben der Verkehrsbehörde 2014 rund 23,5 Kilometer Fahrradwege ausgebaut oder instandgesetzt, 2013 waren es 17,5 Kilometer. Insgesamt wurden nach Angaben der Verkehrsbehörde seit Beginn der Radverkehrsstrategie für etwa 113,5 Kilometer Radwege gut 39 Millionen Euro ausgegeben. Parallel dazu sei auch der Radverkehr deutlich gestiegen, sagte Horch etwa unter Hinweis auf das erfolgreiche Stadtradsystem, bei dem man sich für 30 Minuten kostenlos an inzwischen mehr als 130 Stellen in der Stadt Fahrräder ausleihen kann.

Fahrrad vs. Auto

"Wir brauchen umweltverträgliche Alternativen zur Nutzung des Autos und als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr", sagte Horch. Das lasse sich jedoch politisch nicht verordnen. Vielmehr komme es auf Anreize und gute Angebot an. Gleichzeitig betonte Horch jedoch, dass es nicht darum gehe, nun den Autoverkehr zugunsten der Radfahrer zurückzudrängen. "Es ist nicht das Ziel, den Autoverkehr zu blockieren." Aus Sicht der Opposition gefährdet Rot-Grün durch seine Politik jedoch vielmehr die Radfahrer als ihnen zu nützen. "Wenn der Senat jetzt Fahrradstreifen auf die Hauptverkehrsachsen verlegen will dann ist das gegen jede Vernunft und gefährdet die Verkehrsteilnehmer", erklärte der CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering.

Harsche Kritik der Opposition

Ähnlich äußerte sich sein FDP-Kollege Wieland Schinnenburg: "Anstatt für eine nachhaltige Verbesserung zu sorgen, betreiben sie eine ideologische Politik, die an manchen Stellen Radfahrer gefährdet." Die Linken wiederum halten die Bemühungen der rot-grünen Koalition für nicht ausreichend. "Zu groß ist die Angst vor der Autolobby, zu klein bleiben die Straßenbereiche für die Radfahrer", klagte die Linken-Verkehrsexpertin Heike Sudmann - und fügte an: "Solange das Parken auf Radstreifen und das Anhupen und Wegdrängeln von Radfahrenden auf der Straße als Kavaliersdelikte gelten, wird sich wenig ändern."

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(dpa/san)

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