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Radio Hamburg

Unbefristete Streiks in Kitas beschlossen

Notbetreuung funktioniert nicht komplett

Hamburg, 08.05.2015
Kinder, Kita, Betreuung, Erziehung, Krippe

Viele Kitas bleiben ab Freitag (8.05) geschlossen.

Viele Eltern von Kita-Kindern müssen sich von Freitag (8.05) an auf unbestimmte Zeit alternative Betreuungsmöglichkeiten suchen. 

Nach dem Beamtenbund dbb hat auch die Gewerkschaft Verdi unbefristete Streiks in Kitas beschlossen. Insgesamt votierten 93,44 Prozent der Mitglieder bei einer Urabstimmung dafür, wie Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch (6.05) in Berlin mitteilte.

Nach fünf Runden hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen für gescheitert erklärt. Sie fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Angaben der kommunalen Arbeitgeberverbände würde dies 1,2 Milliarden Euro kosten.

Die Vereinigung Elbkinder - Hamburgs größter kommunaler Träger von Kindertagesstätten - hat eine Notbetreuung auf die Beine gestellt, allerdings nicht an allen Standorten. Geschäftsführerin Katja Nienaber klärt die wichtigsten Fragen im Interview:

Katja Nienaber zu: Kommen alle Kinder in der Notbetreuung unter?

Katja Nienaber zu: Was, wenn die Notbetreuung nicht greift?

220 Hamburger Kitas werden bestreikt

In Hamburg sind nach Verdi-Angaben von den mehr als 1.000 Kitas rund 220 betroffen. Dazu zählten die der Elbkinder, des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der Rudolf-Ballin-Stiftung, des Studierendenwerks und des Hamburger Schulvereins von 1875. Außerdem seien die Beschäftigten aus Sozialrichtungen wie Fördern & Wohnen, der Elbe-Werkstätten und des Lebenshilfewerkes Hamburg zum Arbeitskampf aufgerufen.

Bundesweit 240.000 Erzieher zum Streik aufgerufen

Insgesamt arbeiten den Angaben zufolge in Hamburg rund 18.000 Menschen im Sozial- und Erziehungsdienst. Davon seien etwa 8.000 bei Trägern beschäftigt, die Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband sind und damit voraussichtlich bestreikt werden. Bundesweit sind 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen zum Streik aufgerufen.

Arbeitgeberverband verärgert

Hamburgs Verdi-Verhandlungsführerin Hilke Stein betonte: "Jetzt bleibt uns keine andere Wahl als den Druck durch einen unbefristeten Arbeitskampf zu erhöhen." Die Arbeitgeber könnten dieses Szenario jedoch jederzeit durch ein vernünftiges Angebot beenden. Der für Hamburg zuständige Arbeitgeberverband AVH zeigte sich verärgert. Zum einen säße er gar nicht mit am Verhandlungstisch, könne also anders als die VKA gar kein Angebot vorlegen, sagte die Vizevorsitzende der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg (AVH), Senatsdirektorin Bettina Lentz, der Deutschen Presse-Agentur. Zum anderen würden Erzieher in Hamburgs AVH-Kitas laut Tarifvertrag ohnehin bereits besser bezahlt als andere.

Kritik vom Landeselternausschuss

"Diese Streiks finden auf dem Rücken von Hamburger Kindern und deren Eltern statt", kritisierte der Landeselternausschuss für Kindertagesbetreuung (LEA) Hamburg. Er forderte die Arbeitgeber auf, Arbeitsniederlegungen durch ein akzeptables Angebot zu verhindern. Die Eltern rief er auf, die Gebühren für die Kindertagesbetreuung im Falle von Streiks zurückzufordern. Zudem verlangte der Landeselternausschuss die Einrichtung von Notdiensten. "Wir fragen uns, ob die Gewerkschaften wirklich gerade
in einer Ferienwoche solche Streiks durchziehen müssen." Der LEA appellierte an Gewerkschaften wie Arbeitgeber, "nicht aus dem Blick zu verlieren, wie problematisch diese Streiks für Familien sind".

(dpa/mgä)

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