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Radio Hamburg

Mietenspiegel 2015

Wohnen in Hamburg wieder teurer

Hamburg, 25.11.2015
Wohnung, Wohnungen, Haus, Mieten

Im Durchschnitt müssen Hamburger laut aktuellem Mietenspiegel pro Monat und Quadratmeter 8 Euro und 2 Cent zahlen. Das sind 6,1 Prozent - also 46 Cent - mehr als noch vor zwei Jahren.

Wer in Hamburg eine Wohnung mieten will, der muss immer tiefer in die Tasche greifen. Die Mietpreise steigen weiter, das geht aus dem neuen Mietenspiegel hervor.

Der Anstieg der Mieten in Hamburg hat sich trotz des laufenden Wohnungsbauprogramms in den vergangenen beiden Jahren noch einmal beschleunigt. Laut dem vorgelegten Mietenspiegel stiegen die Netto-Kaltmieten 2013 bis 2015 um durchschnittlich 6,1 Prozent auf 8,02 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das seien noch einmal 0,4 Punkte oder 0,46 Euro mehr als im Zeitraum 2011 bis 2013. Sie liegen demnach auch deutlich über der allgemeinen Preisentwicklung in Höhe von 1,5 Prozent. Mietervereine sprachen von einem "beängstigenden Anstieg".

Mietpreisbremse noch nicht erfasst

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) wies auf die bundesweite Entwicklung hin, nach der seit 2010 die Mieten in allen Ballungszentren stiegen. Gleichwohl liege Hamburg aber immer noch etwa hinter München, Frankfurt und Stuttgart im Mittelfeld. Zudem habe sich die Mietpreisbremse noch nicht im Mietenspiegel niedergeschlagen. Demnach dürfen seit Juli die Mieten bei Neuvermietungen nur noch maximal um zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Mietervereine schockiert

Mietervereine zeigten sich entsetzt von der Entwicklung. Inzwischen hätten in Hamburg nicht nur Haushalte mit niedrigen Einkommen, sondern auch Normalhaushalte immer größere Schwierigkeiten, ihre Miete zu zahlen. "Der Mietenanstieg hat mittlerweile die bürgerliche Mitte erreicht", erklärte der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Siegmund Chychla. Sylvia Sonnemann, Geschäftsführerin des Vereins Mieter helfen Mietern, beklagte mehr, dass wieder nur Mieterhöhungen und Neuvermietungen erfasst worden seien. "Es müssen endlich alle Bestandsmieten berücksichtigt werden", forderte sie.

IVD übt Kritik

Der Immobilienverband Deutschland IVD bemängelte, dass es nicht gelungen sei, die Lageverhältnisse in Hamburg differenzierter darzustellen. Die Miete für eine gleich alte, gleich große, gleich ausgestattete Mietwohnung in guter Wohnlage in Harburg und in Eppendorf sei im Mittelwert laut Mietenspiegel gleich hoch. Das sehe in der Praxis aber ganz anders aus. "In normalen Wohnlagen sind die Mieten für 2013 bis 2015 um 6,9 Prozent gestiegen, in guter Wohnlage nur um 2,9 Prozent", sagte Stapelfeldt.

Wohnungsneubau notwendig

Die höchsten Mietsteigerungen um 11,2 Prozent verzeichnet der Mietenspiegel in Gebäuden, die zwischen 1919 und 1948 gebaut wurden, gefolgt von Häusern aus den Jahren 1978 bis 1993 mit 9,5 Prozent. Geringe Mietsteigerungen von 2,2 Prozent erfuhren dagegen Bewohner von Gebäuden der Jahre 1961 bis 1967. In der Baualtersklasse von 1968 bis 1977 seien die Mieten sogar um 1,3 Prozent gesunken, sagte Stapelfeldt. Auch wenn immer noch rund die Hälfte aller Mietwohnungen weniger als sieben Euro pro Quadratmeter kosteten, betonte die Senatorin erneut die Notwendigkeit des Wohnungsneubaus. "Wir stehen unverändert vor der Herausforderung auch künftig für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen."

Nach den bisherigen Vereinbarungen sollen jedes Jahr 6000 neue Wohnungen entstehen, ein Drittel davon als Sozialwohnungen. Stapelfeldt ging davon aus, dass diese Zahlen in den Jahren 2015, 2016 und 2017 mindestens erreicht, wenn nicht sogar übertroffen werden.   

Für den Mietenspiegel 2015 relevant waren etwa 530.000 der mehr als 930.000 Hamburger Wohnungen. Erfasst wurden den Angaben zufolge nur Mieten, die innerhalb der vergangenen vier Jahre erhöht oder neu vereinbart worden seien. In 44 Prozent aller Fälle habe es sich um Neuvermietungen gehandelt. (dpa)

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