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Radio Hamburg

Rockerkrieg in Hamburg

Polizei gründet Sonderkommission "Soko Rocker"

Hamburg, 04.01.2016
Hells Angels Symbol

Die Hells Angels operieren weltweit und sind in Hamburg schon seit 1983 verboten. (Archivbild)

Der Bandenkrieg zwischen zwei verfeindeten Rockerclubs in Hamburg eskaliert. Die Polizei will mit einer Sonderkommission Schlimmeres verhüten.

Mit der Bildung einer Sonderkommission reagiert die Hamburger Polizei auf die zunehmende Gewalt zwischen verfeindeten Rockergruppen in der Hansestadt. Die "Soko Rocker" werde aus 50 Kripo-Beamten bestehen, teilte Pressesprecher Jörg Schröder am Montag mit. Chef der Kommission wird Mirko Streiber, der bis Mai vergangenen Jahres die Pressestelle leitete.

Die Soko solle repressiv gegen Straftäter aus der Rockerszene vorgehen, aber auch präventiv wirken, sagte Schröder. Als Beispiele nannte er vermehrte Razzien, eine stärkere Präsenz an Szenetreffpunkten oder eine Ansprache von sogenannten Gefährdern. Die Beamten sollen ferner prüfen, ob ein Verbot des Rockerclubs Mongols möglich ist. Die rivalisierenden Hells Angels sind in Hamburg schon seit 1983 verboten.

Angriffe und Explosionen

Ausschlaggebend für die Gründung der Soko seien die Schüsse auf ein Taxi nahe der Reeperbahn gewesen, in dem am Montag vergangener Woche mehrere Mongols vor einem Angriff der Hells Angels flüchten wollten. Weil dabei auch unbeteiligte Menschen gefährdet wurden, entschloss sich die Hamburger Polizei zu der Neuaufstellung ihrer Ermittler.

Einer von zwei bei dem Zwischenfall verletzten Mongols wurde am vergangenen Samstag (02.01.) in Hamburg-Horn erneut angegriffen. Unbekannte attackierten ihn mit einem Messer. Der 26-Jährige erlitt einen hohen Blutverlust. "Er ist mächtig verletzt worden", sagte eine Polizeisprecherin. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Im Rahmen einer Sofortfahndung nahm die Polizei zwei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren fest. Sie sollen zu den drei oder vier Verdächtigen gehören, die die Polizei für die eigentlichen Täter hält. Sie kamen aber wieder auf freien Fuß. Insgesamt wird gegen acht Personen aus dem Rockermilieu ermittelt. Die Tatwaffe, ein Messer, fanden die Ermittler am Montag am Tatort.

Razzien an mehreren Orten

Am Wochenende hatten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos sieben Wohnungen mutmaßlicher Tatbeteiligter und einen Saunaclub durchsucht - ohne aber Mitglieder der rivalisierenden Hells Angels anzutreffen.

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den beiden Rockergruppen im Rotlichtviertel. Im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der Mongols in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Im Dezember wurde der 37-Jährige in einer spektakulären Aktion in seiner Penthouse-Wohnung verhaftet, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll. (dpa)

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