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Radio Hamburg

Etwas Zukunftsmusik

Hamburg 2030: Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

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Wenn am 1. Januar 2030 nachts die Korken knallen, wird unser Hamburg sich in vielem erheblich von 2017 unterscheiden.

In die Zukunft blicken kann keiner. Wir haben trotzdem mal anhand heutiger Trends zusammengefasst, wie das Leben in 13 Jahren aussehen könnte.

Erst 17 Jahre sind seit der Jahrtausendwende vergangen und gefühlt hat sich für viele Hamburger eine Menge verändert. Und weil etwa die Digitalisierung und umweltschonende Elektrifizierung mit Riesenschritten weiter voranschreiten, ist das Grund genug, einen Ausblick in die Welt von morgen zu wagen und aufzuzeigen, wie unser Leben dann aussehen wird. Folgen Sie uns in das Hamburg des Jahres 2030.

1) Hamburg ´30 – Eine Stadt wandert in die Breite

Beginnen wollen wir mit dem vielleicht drängendsten Problem, denn schon jetzt ist Wohnraum in der Stadt – gelinde gesagt – unanständig teuer.

Wohnen in der Innenstadt – unglaublich teuer

Und da beginnt der Artikel gleich mit einer schlechten Nachricht: Denn 2030 wird alles, was auch nur im Entferntesten nach Innenstadt aussieht, noch teurer geworden sein. Bis 2030 wird sich die Einwohnerzahl nochmals um mindestens sieben Prozent gesteigert haben und nur um diese Menschen unterzubringen, müsste der Wohnungsbestand um 20% angehoben werden.

Und nachdem jetzt das Amtsgericht St. Georg entschieden hat, dass die Mietpreisbremse rechtskräftig ist, wird die Erbauung neuen Wohnraumes weiter verkompliziert. Denn wegen der aktuellen Immobilienpreise können da nur noch finanziell potente Investoren mitspielen – die aber wollen viel verdienen. Eine schwierige Ausgangslage, wenn die Mietpreise gedeckelt sind.

Eine vergleichsweise junge Stadt – trotz vieler Alter

Hamburg altert, aber bleibt jung. Das klingt nur auf den ersten Blick unvereinbar: Eigentlich altert die Stadt seit 1995 im Schnitt um 1,3 Jahre. Aber selbst dann sind die Durchschnitts-Einwohner mit 42,3 Jahren immer noch erheblich jünger als anderswo. Und das wird auch so blieben.

Das liegt daran, dass die Urbanisierung voranschreitet. Es werden in den kommenden 13 Jahren noch mehr junge Leute in die Stadt ziehen. Das senkt den Altersdurchschnitt (lässt sich übrigens schon daran sehen, dass Hamburg zwischen 2010 und -15 um 0,1 Jahre jünger wurde). Paradoxer Weise wird die Zahl der sehr alten Menschen aber auch steigen, denn das (theoretische) Lebensalter steigt mit jedem Jahr. 

2) Arbeiten – neue Klüfte, neue Chancen

Digitalisierung und Arbeitsplatzvernichtung

Für viele Berufe wird sich die Sachlage allerdings zum Negativen verändern. Zwar vernichtet die Digitalisierung keine Arbeitsplätze im klassischen Sinn – sie macht aber alte überflüssig und macht Platz für neue. Viele Arbeitskräfte können umgeschult werden, aber dazwischen werden immer wieder Menschen durchs Raster fallen, die die neuen Anforderungen nicht meistern können oder wollen.

Darüber hinaus wird die Digitalisierung sich nicht nur im industriellen Arbeitsumfeld bemerkbar machen, sondern auch bei Jobs, die für viele als sakrosankt gelten.

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

Zuhause arbeitet es sich am schönsten

Eine andere Arbeitsform wird indes von der Digitalisierung profitieren. Zwar nicht unbedingt in Form von mehr Arbeitsplätzen, aber von sehr viel mehr Lebensqualität. Fakt ist: Schon heute würden die meisten Arbeitnehmer gerne einige Tage wöchentlich von zuhause arbeiten. Fakt ist aber auch: Noch ist nicht nur Hamburg, sondern ganz Deutschland ziemlich rückständig, was die Möglichkeiten des Home-Office anbelangt.

2030 wird das aber anders sein und zwar aus einem Grund: So wie das Wachstum normale Wohnimmobilien verteuern wird, sieht es auch bei Gewerbeimmobilien aus. Büroräume sind teuer und jeder Mitarbeiter, der zuhause arbeiten kann, kostet das Unternehmen weniger Geld. Zumal schon heute per Skype und Co. Arbeiten fast wie „Face to Face“ möglich ist. Rechnet man dann noch die Optionen von Virtual Reality dazu, die ebenfalls bis 2030 noch starke Verbreitung erfahren wird, wird Home-Office dann eher die Norm sein – zumindest bei ortsunabhängig ausführbaren Jobs.

Wir, die digitalen Nomaden

Allerdings wird der Trend auch dazu führen, dass die Gruppe der Digitalen Nomaden, also Menschen, die ohne feste Anstellung als Freelancer ihr Glück sucht, zwangsläufig weiter steigen wird. Viele werden es freiwillig tun, denn Digitalnomadentum hat einige ziemliche Vorteile, von denen Freiheit nur einer ist.  

Allerdings werden 2030 auch viele dazu gezwungen sein, sich durch Blogs oder kleine Programmieraufträge über Wasser zu halten. Das kann man derzeit bereits am Beispiel des Journalistenberufs sehen: Da sind schon heute freie Mitarbeiter in der Überzahl. Feste Anstellungen gibt es immer weniger. Und so wird es auch bei den Programmierern und vielen anderen Berufen aussehen. 

Im Hafen gibt's immer Jobs?

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

2030 wird es auch ein Problem für das Handwerk und generell Berufe geben, die eine „geringere Qualifizierung“ voraussetzen. Nehmen wir den Hafen als Umschlagplatz unzähliger Waren und Güter. Hier arbeiten derzeit laut der Port Authority 156.000 Menschen. Und nun schaue man sich an, wie wenige Leute es heute schon braucht, um ein Containerschiff zu entladen. Auftritt Digitalisierung: Denn autonome Kräne sind schon in der Entwicklung weit fortgeschritten, auch über computergesteuerte Schiffe wird nachgedacht.  Diese Jobs werden bis 2030 noch stärker darunter leiden. 

Doch vieles ist auch hausgemacht und kann nicht der Digitalisierung angelastet werden. Zum Vergleich: 2016 nahmen in Hamburg knapp 17.000 Jugendliche eine Ausbildung auf. Rechnet man das auf die Durchschnittsdauer von drei Lehrjahren hoch, gibt es derzeit in der Stadt etwa 51.000 Azubis. Gleichzeitig sind in Hamburg derzeit aber über 100.000 Studenten eingeschrieben. Und diese Diskrepanz wird sich nicht etwa verbessern, sondern verschlimmern – und somit dafür sorgen, dass es 2030 noch länger dauern wird, bis man Klempner, Schlüsseldienst oder einen Termin in der Autowerkstatt bekommt. Der sinkenden Zahl von Handwerkern werden immer mehr Menschen gegenüberstehen, weil immer mehr junge Leute lieber ein Studium als eine Lehre aufnehmen. 

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

3) Die Gesellschaft – Leben zwischen Arm und Reich

Die berühmte demographische Kluft: 2030 wird sie erst richtig bemerkbar sein. Auch, weil nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, um die sich ergebenden Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Boomer sind in Rente

Babyboomer. Die Generation, die in den „Goldenen Jahren“ zwischen 1955 und -65 geboren wurde. 2030 wird ein Großteil davon in Rente sein. Ein gewaltiges Problem. Denn die Boomer waren unglaublich geburtenstarke Jahrgänge – etwa 1964, als 1,35 Millionen von ihnen hierzulande zur Welt kamen. Dann kam der „Pillenknick“ und die Geburtenraten brachen ein. 2015 beispielsweise nur noch gut 700.000 Babys auf die Welt. 

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

2030 wird dann eine große Anzahl von Rentnern von immer weniger Menschen versorgt werden müssen – von denen zudem noch viele prekär beschäftigt sein werden. Die Renten werden also weiter sinken. Für 2030 postuliert die Bundesregierung ein Niveau von 43% des Nettoverdienstes. Schon heute finden sich in Hamburg die meisten als „arm“ geltenden Rentner der BRD. Und 2030 wird es noch mehr davon geben.

Hurra, wir werden immer älter

Noch problematischer wird dies dadurch, dass wir immer älter werden. Wer 1965 geboren wurde, lebt rein statistisch bis 2038. Dem gegenüber stehen immer weniger Hamburger im „arbeitsfähigen Alter“.

Dass wir immer älter werden, bedeutet auch, dass immer mehr Menschen gepflegt werden müssen. So hart es klingt, aber früher starben viele lange bevor sie so alt wurden, dass Pflege notwendig wurde. Durch moderne Medizin und ein insgesamt gesünderes Lebensumfeld hat sich das jedoch geändert.

Trotz allem bunt

Und hier kommt Hamburg eines zugute: Wir sind bei Zuwanderern ziemlich beliebt. Und ganz gleich, woher die Menschen auch stammen, nur sie können dafür sorgen, dass diese Talfahrt, wenn sie schon nicht umgekehrt, dann zumindest gemildert werden kann. Hamburg tut im bundesdeutschen Vergleich viel für die Integration – das müssen wir aber auch, denn ohne Zuwanderer haben wir 2030 ein echtes Problem, denn kaum einer wird die Renten bezahlen oder wird die vielen alten Menschen pflegen.

Rettungsanker Grundeinkommen?

Und hier könnte vielleicht etwas helfen, das von vielen pauschal als Utopie abgetan wird: das Grundeinkommen. Denn es ist eine Tatsache, dass gerade in Berufen, wie etwa der Pflege, der Nachwuchs fehlt, weil die Bezahlung schlecht und das Arbeitsaufkommen hoch ist – ein klassisches Schneeballprinzip, das dazu führen wird, dass 2030 noch weniger Menschen in diesen Segmenten arbeiten werden.

Hier könnte das Grundeinkommen eine echte Abhilfe schaffen. Denn viele Menschen sind sozial eingestellt, das sieht man an den Zahlen freiwilliger Helfer. Bloß muss man, damit eine echte Hilfe daraus entsteht, auch davon leben können. Das Grundeinkommen könnte diese Sorge nehmen – egal wie schlecht ein Beruf bezahlt werden würde, ein Grundauskommen wäre garantiert. Und so hätten mehr Menschen die Möglichkeit, einen so wichtigen aber eben schlechtbezahlten (Pflege-)Beruf zu ergreifen.

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

4) Mobilität – unterwegs sind wir immer

Stau ist heute in Hamburg der Normalzustand. Aber wie wird es im Jahr 2030 aussehen? Nicht nur, aber auch unter der Prämisse, dass dank Home-Office weniger Pendler unterwegs sein werden.

Stromern ist Normalität

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

Dieser Tage läuft im kalifornischen Fremont etwas vom Band, was 2030 in der Retrospektive als der Stein des Anstoßes gelten könnte. Tesla bringt sein Model-3, ein günstigeres Elektroauto fürs Volk. Gerade wegen der zu erwartenden Verkaufszahlen kündigte Elon Musk bereits an, weltweit in die Lade-Infrastruktur zu investieren.

Es ist ein marktwirtschaftliches Grundprinzip, dass etwas günstiger wird, je gesättigter der Markt – sprich je geringer die Nachfrage - ist. Und so könnte es 2030 ziemlich sicher so sein, dass Elektroautos dann Standard sind, einfach weil sie wesentlich weniger kosten als Verbrenner. Das ist keine haltlose Aussage, sondern hat wissenschaftliches Backup: Analysten gehen davon aus, dass die derzeitigen Explosionen bei den Batterie-Herstellungskapazitäten dafür sorgen, dass E-Autos deutlich günstiger werden.

Der letzte neue Verbrenner Hamburgs?

Gleichzeitig ist 2030 aber auch das Schicksalsjahr für den Verbrennungsmotor. Geht es unter anderem nach den Grünen, sollen ab diesem Jahr nur noch Elektroautos zugelassen werden. Nun kann man diskutieren, wie das funktionieren soll. Fest steht aber, dass in den Jahren bis zu diesem Zeitpunkt weitere Gesetze erlassen werden, die in bestimmten Städten, auch bei uns, zumindest für bestimmte Bevölkerungsgruppen Verbrenner-Fahrzeuge massiv verteuern. Es ist zwar nicht sicher, ob 2030 wirklich der letzte Verbrenner Hamburgs zugelassen wird, aber dennoch ziemlich wahrscheinlich, dass dann diese Motorenart eine deutlich geringe Option sein wird, als heutzutage. 

Die Fahrrad-City im Norden

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

Und damit kommen wir direkt zum Drahtesel. Der Senat hatte sich 2015 auf die Fahnen geschrieben, Hamburg zur Fahrradstadt zu machen. Bislang sind die Ergebnisse zwar durchaus „durchwachsen“, im Fahrrad-Städteranking landet Hamburg gerade mal auf dem 35. Platz, aber bis 2030 könnte etwas anderes dem Bike zum Durchbruch verholfen haben. 

Denn, wir erinnern uns: Die Zahl der Pendler wird definitiv sinken, wenn der Arbeitsplatz im heimischen Wohnzimmer liegt. Und einer der Haupt-Kritikpunkte der meisten Radler ist der Verkehr in der Stadt. Sinkt er, wird Hamburg automatisch schon sicherer und attraktiver fürs Fahrrad. Rechnet man dann noch die Maßnahmen hinzu, die der Senat realisieren will, wie:

  • mehr Radwege
  • Fahrrad-Verleihstationen
  • mehr Bike-Parkplätze
  • bessere Markierungen

ist es praktisch unmöglich, dass 2030 der Fahrradverkehr weniger werden wird. Im Gegenteil: Wenn alles klappt, wird Hamburg dann tatsächlich den Titel Fahrradstadt verdienen. 

Baustelle ÖPNV

Auf der Metrobuslinie 3 rollen zwei elektrische Busse. Zukunftsweisend, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch auch das wird sich 2030 vermutlich geändert haben. Denn gerade im ÖPNV erreichen die Fahrzeuge hohe Laufzeiten – und Verbesserungen werden verständlicherweise nur eingeführt, wenn sie wirtschaftlich sind, denn ein Verkehrsverbund arbeitet nun mal nach wirtschaftlichen Prinzipien.

Das bedeutet aber, dass auch Busse und Co. bis dahin von den Preissenkungen in der Elektro-Sparte profitieren. Die Senatsvorgabe, dass ab 2032 die gesamte Flotte emissionsfrei sein soll, ist also durchaus keine Zukunftsmusik, sondern hat eine realistische Grundlage. Das ändert aber nichts daran, dass die Taktung sich dann noch verbessern muss. Denn in einer Stadt, in der dann 25% des Verkehrs Fahrräder beinhalten wird, muss der ÖPNV zwingend für größere Strecken ausgebaut werden.

5) Wohnen – das Netz im Netz

Gesellschaft ist immer im Wandel. Doch was derzeit passiert, wird 2030 erst seine volle Ausbreitung erfahren haben. Unser heutiges Leben wird dann so „altbacken“ wirken, wie das Jahr 2000 auf die 2017er-Generation.

Vernetzt, -netzt, -netzt sind alle meine Dinge

Nach vielen Jahren, in denen es ein Novum war, hat sich das smarte Zuhause 2017 zumindest halbwegs etabliert. Bereits die Elemente, die heute verfügbar sind, machen das Leben um einiges leichter und sparen teilweise auch so manchen Cent. Dazu zählen etwa:

  • zentrale Steuerung von Jalousien und Beleuchtung
  • automatische Regulierungen von Heizung und Stromverbrauch
  • vernetztes Entertainment
  • sensorgestützte Warmsysteme   

 

Allerdings gibt es heute viele smarte Lösungen nur als Einzelpakete: funktionell zwar, aber nicht auf gleichen Standards basierend und somit selten system-übergreifend einsetzbar. Da kann dann beispielsweise die Heizungssteuerung nicht dem Rollladen „befehlen“, sich bitte herunterzufahren, um die Dämmung zu steigern.

2030 werden diese Punkte jedoch der Vergangenheit angehören und das Smart-Home wird so selbstverständlich dazugehören wie heute der WLAN-Router. Smarte Stromzähler zum Beispiel wurden längst zur Pflicht erhoben und werden 2030 in den allermeisten Gebäuden zu finden sein. Vernetztes Entertainment ist heute bereits in vielen Fernsehern und anderen Geräten integriert. 2030 wird es so aussehen, dass es Standard ist, dass man „von überall auf alles“ Zugriff hat. So manche sehen da bereits gar das Ende physischer Speichermedien wie der DVD. Und mit ziemlicher Sicherheit wird dann auch das „Standard-Wirrwarr“ ein Ende haben und alle Systeme miteinander kompatibel sind.

In der Zukunft könnten aber auch noch verschiedene andere vernetzte Dinge zum Alltag gehören. Eine kleine Auswahl:

  • Über Smartwatches wird automatisch die Stimmung des Trägers an das Entertainment-System der Wohnung übermittelt. Diese spielt dann bei seinem Eintreffen eine genau darauf abgestimmte Playlist
  • Lichtschalter werden nur noch eine Rückfallebene sein. Per Sensor schalten sich Lampen in dem Moment ein, wenn man den Raum betritt
  • In Rentnerhaushalten überwachen Sensoren automatisch die Vitalwerte und geben Alarm, sobald diese merklich vom Normalzustand abweichen
  • Die Waschmaschine stimmt sich selbsttätig mit dem smarten Stromzähler und dem –anbieter ab, um dann selbsttätig die Wäsche zu reinigen, wenn der Strom günstig ist

 

Wer noch tiefer in diese Welt eindringen will, der findet in der kürzlich erschienenen Studie „Smart Home 2030“ noch sehr viel mehr Informationen.

Die Wohlfühloase im Inneren

Für manche Menschen erscheinen diese digitalen Helferlein banal. Doch das liegt nur daran, dass sie eben nach wie vor für viele „Neuland“ sind. Tatsächlich dienen all die Elemente nur einem Grund: Unser Leben leichter und komfortabler zu machen. Für sich genommen sind dies alles nur kleine Helfer, auf das große Ganze gerechnet machen sie jedoch einen gewaltigen Unterschied.

Kleiner, aber unterhaltsamer

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

Mit einem werden sich allerdings so manche arrangieren müssen: Der Raum pro Wohnung wird in Hamburg schrumpfen. In der HafenCity zeigt sich das derzeit schon in den Modul-Projektwohnungen. Und das ist auch gut so, denn die Schrumpfkur ist aus mehreren Gründen notwendig:

1.       Kleinere Wohnungen bedeuten mehr Wohnraum für mehr Menschen

2.       Die Zahl der klassischen Familien sinkt, Singles und „Verpartnerte“ brauchen weniger Lebensraum als eine vierköpfige Familie

3.       Weniger Wohnraum ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Wohnkosten vertretbar zu halten

Die Rentner-WG

Für Senioren könnte es indes der umgekehrte Weg sein. Denn Rentner-WGs sind derzeit noch ein Novum, könnten 2030 jedoch weit verbreitet sein. Denn gerade, weil bereits jetzt eine Generation voller Singles alt wird, steigt auch die Zahl derer, die im Alter keinen Partner haben, der sich um sie kümmert. Leben jedoch mehrere Senioren zusammen, entfällt diese Problematik. Und dass es 2030 mehr alte Menschen geben wird und weniger Pflegekräfte, wurde ja bereits erklärt.

6) Leben – fröhlich, gesund und beliefert

Der letzte Abschnitt widmet sich der Art, wie wir 2030 leben werden. Es wird sich zwar nicht grundlegend von heute unterscheiden, dazu ist die Zeitspanne einfach zu gering. Aber es wird dennoch anders sein.

Ein Klick zum Wocheneinkauf

Ein Faktor ist dabei der nach wie vor ungebrochene Liefertrend. Schon längst bieten viele Supermärkte Lieferservices an. Und so wie es beim Home-Office einen Büroarbeitsplatz spart, könnte 2030 auch die Erkenntnis durchgedrungen sein, dass belieferte Menschen kein teures Ladengeschäft mehr benötigen – abgesehen davon, dass bis dahin vielleicht auch endlich die (vornehmlich rechtlichen) Hürden für die Belieferung per Drohne gefallen sein dürfen.

Wie werden wir dann leben, wohnen und arbeiten?

Per App schnell den Wocheneinkauf zusammenstellen und ihn einige Stunden später an der Haustür in Empfang zu nehmen dürfte 2030 so normal geworden sein wie heute ein Einkauf bei Amazon – das Unternehmen will ja übrigens auch bereits jetzt mit seinem „Pantry“-Service in die Lebensmittel-Bresche einsteigen.

Veggie? Ist das nicht normal?

Immer mehr Menschen ernähren sich aus Gewissensgründen vegetarisch oder vegan. Insider sprechen von knapp zehn Millionen Deutschen. Bis 2030 wird sich diese Zahl noch weiter steigern. Nicht nur aus Gewissensgründen, nein. Sondern deshalb, weil sich die Weltbevölkerung aller Wahrscheinlichkeit nach auf 8,5 Milliarden gesteigert haben wird.

Und jeder davon möchte gerne Fleisch essen. Das bedeutet, hierzulande wird es mit Sicherheit einen Preisanstieg geben, wenn aufgrund der wenig klimaneutralen Haltung von Kühen und Schweinen nicht noch zusätzliche Gesetzesauflagen hinzukommen.

Sozial dank smart

Einmal mehr macht es Amazon vor: Der US-Konzern bietet seit einiger Zeit seinen Kunden die Möglichkeit, beim Einkauf zu spenden. Ganz automatisch. Mit der vollen Rückendeckung der Digitalisierung könnte das 2030 einfacher und breitgesellschaftlich akzeptierter sein, denn je. Einfach deshalb, weil abzusehen ist, dass dann noch sehr viel mehr Käufe per App getätigt werden. Die technische Implementierung ist dann nur eine Fingerübung für Programmierer. Und so könnte es sein, dass Google jedes Mal einen Cent spendet, sobald man den Chrome-Browser öffnet oder ein beliebiges anderes Unternehmen, dessen App betätigt wird.

Mensch versus Computer

Etwas problematischer wird jedoch das menschliche Verhältnis zur Digitalisierung werden. Denn noch ist künstliche Intelligenz nach wie vor Zukunftsmusik. Aber weit entfernt sind wir nicht mehr. Das beste Beispiel sind selbstfahrende Autos. 2030, so glauben Forscher, werden diese ihren endgültigen Durchbruch feiern. Das beschwört jedoch neue Probleme herauf: Wer haftet, wenn der Computer einen Unfall verursacht? Ist ein selbstdenkender Computer wie ein Individuum zu behandeln oder doch eher wie eine Sache?

Man muss keine selbstbewussten Service-Roboter bemühen, um zu erkennen, dass bis dahin noch einiges an Arbeit notwendig ist. Weniger in den Forschungslaboren, sondern eher in den Hinterzimmern der Gesetzesmacher.

7) Zusammenfassung und Fazit

Hamburg wird sich im Jahr 2030 dramatisch verändert haben und auch dann noch mitten in den Veränderungen stecken. Das meiste davon wird, trotz aller Schwierigkeiten, unsere Stadt zum Positiven verändern, wenngleich noch heute viele Probleme angegangen werden müssen, damit es auch tatsächlich so wird.