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Radio Hamburg

Golden Pudel Club

Stadt Hamburg unterstützt die Sanierung

Hamburg, 21.02.2017
Golden Pudel Club Feuer

Der legendäre Golden Pudel Club auf St. Pauli wurde 2016 bei einem Feuer schwer beschädigt. (Archivbild)

Wahrscheinlich öffnet der legendäre Golden Pudel Club auf St. Pauli 2018 wieder seine Pforten. Die Stadt hat nun zugesichert, die Sanierung zu unterstützen.

Der bei einem Feuer schwer beschädigte Golden Pudel Club im Hamburger Stadtteil St. Pauli wird voraussichtlich 2018 wiedereröffnet. Vertreter der rot-grünen Koalition sicherten am Dienstag (21.02.) bei einem Ortstermin am Hafen zu, die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten mit rund 200.000 Euro zu unterstützen. 2Nächsten Mittwoch (1. März) wird die Bürgerschaft das Geld beschließen", sagte der medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hansjörg Schmidt. Weitere 100.000 Euro für den Wiederaufbau und die Erweiterung des Clubs unweit des Hamburger Fischmarkts übernehme der Bezirk Altona.

Den Rest der Gesamtkosten in Höhe von rund 850.000 Euro sollen durch Eigenleistung erbracht werden. Der Golden Pudel Club war Anfang der 1990er Jahre unter anderem von Schorsch Kamerun, Sänger der Punkband "Die goldenen Zitronen", und vom Entertainer Rocko Schamoni gegründet worden.

Brandstiftung konnte nicht nachgewiesen werden

Vor dem Feuer Mitte Februar 2016 hatte es Streit unter den Eigentümern des Gebäudes gegeben. Eine Zwangsversteigerung des Hauses war bereits angesetzt. Besitzer der Immobilie waren Schamoni und Wolf Richter, Bruder des Malerstars Daniel Richter, die alle aus dem Städtchen Lütjenburg in Schleswig-Holstein kommen. Im Erdgeschoss hatte Schamoni den Club, im ersten Stock Richter ein Café. Unterm Dach war das "Pudel"-Büro. Die Polizei ermittelte zunächst wegen Brandstiftung, konnte den Verdacht aber nicht erhärten.

Probebühne der Individualität

Inzwischen hat die Mara & Holger Cassens Stiftung Richters Anteile gekauft und somit eine Sanierung und den Weiterbetrieb überhaupt erst möglich gemacht. Viktor Marek vom Pudel-Kollektiv betonte, dass das Projekt nun durch den Wiederaufbau für Generationen gesichert werden solle. Ziel sei, "die Idee des Pudel nochmal zu transportieren in etwas Neues". Jenny Maruhn vom angrenzenden, von Anwohnern geplanten Park Fiction nannte den Club das Herz des Parks. Sie freue sich sehr, wenn ihr Verein wieder mit dem Archiv des Parks einziehen könne.

Der Pudel gilt als Probebühne für jede Form von Individualität und als Talentschmiede. In der "Elbphilharmonie der Herzen" trat ein damals noch unbekannter Helge Schneider auf, Sterne-Sänger Frank Spilker stand hinterm Tresen, und Künstler wie Daniel Richter, Albert Oehlen oder Jonathan Meese hängten ihre Bilder an die Wand. (dpa)

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